Vitalzeichen, Wasserhaushalt und intravenöse Therapie

Eingeordnet in Medizin & Gesundheit

Geschrieben am in mit einer Größe von 8,36 KB

Die Körpertemperatur: Grundlagen und Mechanismen

Die Körpertemperatur ist eine interne Konsequenz des menschlichen Organismus. Die Mechanismen der Wärmeerzeugung leiten sich ab aus dem Stoffwechsel der Nährstoffe, der Muskelhaltung, humoralen Einflüssen sowie externen Quellen.

Methoden der Wärmeabgabe

Der Wärmeverlust erfolgt durch folgende Methoden:

  • Strahlung: Wärmeübertragung durch den Raum in Form von elektromagnetischen Wellen.
  • Leitung (Fahren): Übergang von Wärme von einem Körper zum anderen durch direkten Kontakt.
  • Konvektion: Wärmeübertragung durch den Kontakt eines Körpers mit einem anderen Medium (z. B. Luft oder Wasser).
  • Verdampfung: Temperaturverlust durch Schweißbildung sowie über die Haut und das respiratorische System.

Einflussfaktoren auf die Körpertemperatur

  • Alter: Säuglinge regulieren die Temperatur noch nicht optimal, weshalb sie stärker von Umgebungstemperaturschwankungen betroffen sind.
  • Tageszeit: Ein Temperaturrückgang ist in den frühen Morgenstunden zu beobachten.
  • Geschlecht: Hormonelle Einflüsse bei Frauen und Männern wirken sich unterschiedlich aus.
  • Körperliche Aktivität: Schwere Muskelarbeit kann die Temperatur beträchtlich erhöhen.
  • Emotionen: Externe emotionale Zustände können die Temperatur sowohl senken als auch erhöhen.

Veränderungen und Thermometerarten

Veränderungen:

  • Fieber: 38 °C und mehr.
  • Leichtes Fieber (Subfebril): Zwischen 37,1 °C und 37,9 °C.
  • Hypothermie: Temperatur unter 35 °C.

Arten von Thermometern: Klinische Thermometer, Einwegthermometer, elektronische und konventionelle Thermometer.

Die Atmung: Physiologie und Merkmale

Die Atmung ist der Akt des Atmens und umfasst zwei Phasen: die Inspiration (Einatmen von Luft in die Lungen) und die Exspiration (Ausatmen). Beobachtet wird die Atmung durch das Heben und Senken des Brustkorbs. Die normale Atemfrequenz liegt zwischen 12 und 16 Atemzügen pro Minute.

Merkmale der Atmung

  • Frequenz: Zahl der Atemzüge pro Minute; variiert mit dem Alter (erhöht bei Neugeborenen und älteren Menschen).
  • Tiefe: Die Luftmenge, die mit jedem Atemzug eingeatmet wird. Bei flacher Atmung ist das Volumen kleiner, wobei oft nur die Lungenspitzen genutzt werden.
  • Rhythmus: Die Regelmäßigkeit von Inspiration und Exspiration.

Pathologische Veränderungen der Atmung

  • Tachypnoe: Atemfrequenz von mehr als 24 Atemzügen pro Minute.
  • Bradypnoe: Atemfrequenz von weniger als 10 Atemzügen pro Minute.
  • Apnoe: Vorübergehender Stillstand der Atmung.
  • Dyspnoe: Mühsame und erschwerte Atmung, verbunden mit dem Gefühl von Luftnot.

Der Puls: Charakteristika und Messung

Der Puls ist der rhythmische Schlag, der entsteht, wenn Blut durch die Kontraktion des linken Ventrikels in die Arterien gepumpt wird.

Merkmale des Pulses

  • Frequenz: Anzahl der Schläge pro Minute; bei Erwachsenen normal 60 bis 80 Schläge.
  • Rhythmus: Das Zeitintervall zwischen den einzelnen Schlägen.
  • Intensität: Die Kraft, mit der das Blut bei jedem Schlag gepumpt wird.

Einflussfaktoren und Veränderungen

Faktoren wie Alter, körperliche Aktivität (erhöhter Sauerstoffbedarf), Emotionen (Angst, Schmerz) und die Körpertemperatur (pro Grad Celsius steigt der Puls um ca. 10 Schläge) beeinflussen die Rate.

Veränderungen:

  • Tachykardie: Frequenz über 80 Schläge pro Minute.
  • Bradykardie: Frequenz unter 60 Schläge pro Minute.
  • Arrhythmie: Unregelmäßigkeit des Herzschlags.

Messbereiche: A. radialis, A. temporalis, A. carotis, A. brachialis, A. poplitea, A. dorsalis pedis, A. femoralis und zentraler Puls.

Blutdruck: Definition und Messung

Es gibt zwei Arten des Blutdrucks:

  • Systolischer Druck: Druck in den Arterien während der Kontraktionsphase (Systole).
  • Diastolischer Druck: Druck in den Arterien während der Entspannungsphase (Diastole).

Faktoren: Herzzeitvolumen (HZV), Blutvolumen und die Elastizität der Arterienwände.

Das Blutdruckmessgerät (Sphygmomanometer)

Es besteht aus einer Manschette mit einem Gummibeutel, der mit Luft gefüllt wird, und ist mit Stoff überzogen. Zwei Gummischläuche verbinden die Manschette mit dem Gebläse (Birne) und dem Manometer. Der am häufigsten verwendete Typ ist das Quecksilber- oder Aneroid-Manometer.

Veränderungen: Hypertonie (erhöhter Druck) und Hypotonie (Blutdruckabfall, z. B. systolisch 80–60 mmHg und diastolisch 40–20 mmHg).

Wasserhaushalt und Flüssigkeitsbilanz

Wasser ist essenziell für das Leben; der menschliche Körper besteht zu etwa 60 % aus Wasser. Es dient als universelles Lösungsmittel, Transportmittel für Sauerstoff und Nährstoffe, erhält das physikalisch-chemische Gleichgewicht und reguliert die Körpertemperatur.

Flüssigkeitsaufnahme und -abgabe

Aufnahme: Erfolgt durch direkte Flüssigkeitszufuhr, Wassergehalt in der Nahrung und Oxidationswasser aus dem Stoffwechsel.

Abgabe (Exitus): Der Körper verliert Flüssigkeit primär über den Urin, aber auch über die Haut, die Lunge und den Darm. Pathologische Zustände wie Fieber oder Erbrechen erhöhen diese Verluste.

Messung der Flüssigkeitsbilanz

  • Gesamtmessung: Sammeln des Urins in einem skalierten Gefäß.
  • Fraktionierte Messung: Erfassung und Addition jeder einzelnen Ausscheidung.
  • Blasenkatheter: Urinsammlung in einem graduierten Beutel.
  • Inkontinenz: Dokumentation der Häufigkeit nasser Vorlagen.

Flüssigkeitsungleichgewicht

Ein positives Gleichgewicht (Ödem) entsteht bei übermäßiger Retention durch Herz- oder Nierenversagen. Ein negatives Gleichgewicht führt zur Dehydrierung. Faktoren hierfür sind unzureichende Zufuhr, starkes Schwitzen, Magen-Darm-Erkrankungen, Verbrennungen oder Blutungen.

Intravenöse Therapie (Venoklyse)

Die intravenöse Zufuhr dient der Wiederherstellung von Elektrolyten, der Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts, der Nährstoffzufuhr und der Medikamentenverabreichung zur hämodynamischen Kontrolle.

Arten von Infusionslösungen

  1. Energielösungen: Wasser und Kalorien (z. B. Glukose, Lävulose, Aminosäuren, Lipide).
  2. Elektrolytlösungen: Wasser und Elektrolyte (z. B. Kochsalzlösung, Ringer-Lösung, Ringer-Laktat).
  3. Kombinierte Lösungen: Wasser, Kalorien und Elektrolyte (z. B. Glukose-Elektrolyt-Lösungen).
  4. Alkalinisierende und säuernde Lösungen.
  5. Blutvolumen-Expander.

Ausrüstung und Durchführung

Besteht aus der Infusionsflasche, dem Punktionsmaterial und dem IV-System (Infusionsbesteck). Das System umfasst eine Einstechspitze, eine Belüftung, eine Tropfkammer mit Filter, eine Rollklemme zur Regulierung und den Anschluss zum Katheter. Es können auch Infusionspumpen (Peristaltikpumpen) verwendet werden.

Punktionszonen: Bei Erwachsenen werden häufig die Vena basilica und Venen in der Ellenbeuge genutzt.

Die Patientenkurve

Die Patientenkurve ist ein Dokument, das den Gesundheitszustand, therapeutische Maßnahmen und die Reaktionen des Patienten widerspiegelt. Es gibt Monats- und Stundenkurven. Bestandteile sind: Identifikation, Beobachtungstage, Vitalzeichen (Atmung, Blutdruck, Puls), Gewicht, Stuhlgang, Sputum, Flüssigkeitsbilanz, Ernährung und Therapie.

Verwandte Einträge: