Volkszählung in Chile und Grundlagen der Wirtschaft

Eingeordnet in Sozialwissenschaften

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 6,07 KB

Die Volkszählung als statistisches Instrument

Die Volkszählung ist ein statistisches Instrument zur Untersuchung der Population an einem bestimmten Ort oder in einem Land zu einem spezifischen Zeitpunkt.

Die Volkszählung in Chile

In Chile findet die Erhebung alle 10 Jahre statt. Sie wird von Volkszählern durchgeführt, die von Haus zu Haus gehen. Die dabei gewonnenen Informationen umfassen:

  • Populationsgröße, Bevölkerungsdichte und Verteilung der Bevölkerung.
  • Wohnlage, Geschlecht und Alter.
  • Religion und ethnische Zugehörigkeit.
  • Lebensbedingungen und Eigentumsverhältnisse.

Diese Zählung ist oft nicht völlig präzise, da Menschen arbeitslos sein könnten oder falsche Angaben machen; eine Fehlerquote von 2 bis 3 % ist jedoch akzeptabel. Die Erhebung hat einen Wohn- und Bevölkerungscharakter. Die zuständige Institution ist das INE (Instituto Nacional de Estadísticas). Dieses stellt auch Daten zur natürlichen Wachstumsrate bereit: Wenn das Ergebnis positiv ist, wächst die Bevölkerung; ist es negativ, sinkt sie.

Nutzen der Volkszählung

Die Ergebnisse dienen der Gestaltung von:

  • Sozialpolitik (insbesondere zur Armutsbekämpfung).
  • Bildungspolitik.
  • Städtischer Planung und Politik.

Volkszählung 2002

Im Jahr 2002 lag der Höhepunkt der natürlichen Wachstumsrate bei 1,5 %. Chile hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 15 bis 16 Millionen Einwohner, wobei die Bevölkerung zunehmend altert.

Regionale Verteilung in Chile

Großer Norden (Regionen XV, I, II)

Die Städte liegen hier meist an der Küste, wie zum Beispiel Arica, Antofagasta, Iquique und Pisagua.

Kleiner Norden (Regionen III und IV)

Die Städte befinden sich in der Nähe von Häfen und Kommunikationszentren (Coquimbo, La Serena) sowie innerhalb der Querthäler (Copiapó, Ovalle, Bulnes).

Zentralregion (Regionen V, RM, VI, VII)

Hier liegen viele Städte nah beieinander (wie Quillota und Limache). Die wichtigsten Häfen sind San Antonio und Valparaíso. Zwischen dem Aconcagua-Fluss und der Region VII verteilt sich die Bevölkerung zwischen der Küste und der zentralen Längssenke (Rancagua, Linares, Talca, Chillán).

Südliche Regionen (VIII, IX, XIV, X)

Wichtige Großstädte in diesem Bereich sind Temuco, Valdivia und Puerto Montt.

Australregion (Süden)

Die Siedlungen befinden sich in den Anden Patagoniens, im östlichen Teil der Kordillere, darunter Coyhaique, Punta Arenas, Castro und Puerto Williams.

Grundlagen der Wirtschaftswissenschaften

Der Begriff Wirtschaft leitet sich von der griechischen Kunst der Haushaltsführung ab. Ursprünglich auf Familie und Haushalt bezogen, wird er heute auf die Ressourcen eines Unternehmens, eines Landes oder der gesamten Welt angewendet.

Klassifizierung nach den Vereinten Nationen (UN)

Die Länder werden wie folgt eingeteilt:

  • Entwickelte Länder: Beherbergen 15 % der Weltbevölkerung, produzieren aber 79,3 % des weltweiten Reichtums.
  • Unterentwickelte Länder: Beherbergen 81 % der Weltbevölkerung und produzieren lediglich 20,7 % des Reichtums.

Menschliche Bedürfnisse und Knappheit

Bedürfnisse: Das Fehlen von etwas. Sie sind unbegrenzt und variieren je nach ihrer Bedeutung für das Leben. Um sie zu befriedigen, sind Ressourcen erforderlich.

Ressourcen: Waren und Dienstleistungen sind begrenzt. Da die Bedürfnisse unendlich sind, entstehen wirtschaftliche Probleme. Knappheit ist dabei relativ und hängt vom jeweiligen Staat ab.

Definition Wirtschaft: Die Wissenschaft, die sich mit der rationalen Allokation knapper Ressourcen befasst, um unbegrenzte menschliche Bedürfnisse zu befriedigen.

Arten von Bedürfnissen

  1. Primärbedürfnisse (Grundbedürfnisse): Ihre Befriedigung kann nicht aufgeschoben werden, da sie für das menschliche Überleben lebensnotwendig sind.
  2. Sekundärbedürfnisse: Diese sind ergänzend; ihre Erfüllung erhöht die Lebensqualität, ist aber nicht unmittelbar lebensnotwendig.

Dienstleistungen

Dienstleistungen sind Aktivitäten ohne materielle Objekte, die direkt oder indirekt menschliche Bedürfnisse befriedigen. Man unterscheidet:

  • Professionell: Erfordert ein abgeschlossenes Studium an einer Universität oder einem Institut.
  • Nicht-professionell: Tätigkeiten ohne spezifischen Berufsabschluss.

Das Gesamtprodukt ist die Summe aller Endprodukte und Dienstleistungen, die eine Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum erzeugt.

Ressourcen und Produktionsfaktoren

Die Produktion stützt sich auf drei wesentliche Faktoren:

1. Erde (Boden)

Dies umfasst Ackerland, mineralische Ressourcen und Rohstoffe.

2. Arbeit

Der körperliche oder geistige Einsatz von Menschen im Produktionsprozess. Arbeiter transformieren Rohstoffe mithilfe von Maschinen in Investitionsgüter (z. B. ein Backofen) oder Konsumgüter (z. B. Brot).

3. Kapital

Hierzu gehören die verarbeitende Industrie, Maschinen und Ausrüstungen. Es gibt drei Arten von Kapital:

  • Physisches oder Realkapital:
    • Anlagekapital (Fixed): Langlebige Produktionsmittel wie Maschinen.
    • Umlaufkapital: Waren in der Verarbeitung (z. B. Mehl für die Brotherstellung).
  • Finanzkapital: Geldmittel zum Kauf von physischem Kapital (Aktien, Bargeld).
  • Humankapital: Bezieht sich auf die allgemeine und berufliche Bildung, welche die Produktionskapazität von Menschen und Unternehmen erhöht (z. B. Hochschulabsolventen).

Verwandte Einträge: