Volleyball-Regeln: Der Libero und Spielgrundlagen
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Der Libero im Volleyball
Der Libero ist leicht erkennbar, da er eine Uniform in einer anderen Farbe als der Rest des Teams trägt. Für den Libero gelten folgende Sonderregeln:
- Er kann weder Mannschaftskapitän noch Spielkapitän sein.
- Er kann nicht regulär ausgewechselt werden (im Sinne des Kontingents).
- Er darf weder blocken noch einen Blockversuch unternehmen.
- Ein Angriffsschlag darf nicht vollständig ausgeführt werden, wenn sich der Ball zum Zeitpunkt der Berührung vollständig oberhalb der Netzoberkante befindet.
- Wenn der Libero in der Vorderzone ein oberes Zuspiel mit den Fingern ausführt, darf der Angreifer den Ball nicht oberhalb der Netzoberkante angreifen.
- Dies ist jedoch zulässig, wenn der Libero den Ball per Unterarmpass (Bagger) oder aus der Hinterzone zuspielt.
- Ein Angriffsfehler des Liberos liegt vor, wenn er den Ball von einer beliebigen Stelle des Spielfeldes aus oberhalb der Netzoberkante spielt und dieser ins gegnerische Feld gelangt.
Mit den Regeländerungen von 2008 (Dubai) kann der Coach den Libero nur einmal während des Spiels gegen einen Ersatz-Libero austauschen. Der ursprüngliche Libero darf danach unter keinen Umständen wieder ins Spiel zurückkehren.
In der NCAA (Women's University Liga) der USA und anderen Kategorien darf der Libero aufschlagen, jedoch nur in einem Rotationssystem an der Stelle eines Spielers, für den er eingewechselt wurde.
Regeln für Auswechslungen
Spieler der Startaufstellung können pro Satz nur einmal ausgewechselt und durch denselben Spieler wieder zurückgewechselt werden. Somit beträgt die maximale Anzahl der Auswechslungen sechs pro Satz (eine pro Spieler). Libero-Wechsel werden hierbei nicht mitgezählt. Ein Ersatzspieler darf pro Satz nicht mehr als einen Spieler ersetzen.
Auswechslungen (außer beim Libero) werden in der Zone zwischen der Drei-Meter-Linie und dem Netz vorgenommen.
Schnelle Auswechslung (Rapid Replacement)
Bei einer einzelnen Auswechslung muss der Spieler die Wechselzone betreten, während das Spiel unterbrochen ist. Der Schreiber gibt ein Signal (Hupe oder Pfeife), um die Eintragung in den Spielberichtsbogen zu bestätigen. Bei mehreren Auswechslungen nacheinander wird auf die gleiche Weise verfahren, bis alle Wechsel im Protokoll vermerkt sind.
Grundregeln und Punktevergabe
Ein Team erhält einen Punkt, wenn die gegnerische Mannschaft den Ball nicht kontrollieren kann oder einen Fehler begeht:
- Der Ball darf den Boden im eigenen Feld nicht berühren; geschieht dies doch, erhält das gegnerische Team den Punkt.
- Aus-Ball: Wenn der Ball direkt ins Aus fliegt, sei es durch einen fehlgeleiteten Angriff oder einen Abwehrfehler. Als "Aus" gilt auch der Kontakt mit der Decke, Antennen, Pfosten oder Objekten außerhalb der Seitenbänder.
- Drei Berührungen: Ein Team darf den Ball maximal dreimal berühren, ohne dass er den Boden berührt. Ein Block zählt dabei nicht als erste Berührung. Berührt ein Spieler den Ball zweimal hintereinander (außer beim Block), gilt dies als Fehler.
- Rotationsfehler: Wenn die Spieler zum Zeitpunkt des Aufschlags falsch positioniert sind oder die Rotationsfolge nicht einhalten.
- Fehlerhafte Ballberührung: Wenn der Ball gehalten oder geführt wird (Double). Bei gleichzeitigem Fehler beider Teams am Netz wird auf Doppelfehler entschieden und der Spielzug wiederholt.
- Netzberührung: Ein Spieler darf das Netz während der Spielaktion nicht berühren.
- Hinterreihe: Ein Hintergrundspieler darf nicht vor der Angriffslinie angreifen, wenn der Ball über Netzhöhe ist. Der Libero darf nicht blocken und unterliegt den oben genannten Angriffsbeschränkungen.