Die Vorsokratiker: Ursprung der griechischen Philosophie

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Die Entstehung der griechischen Philosophie

Die Philosophie entstand im 6. Jahrhundert v. Chr. in den griechischen Kolonien in Kleinasien. Milet war ein wichtiger Handelshafen, in dem Menschen aus aller Welt zusammenkamen. Die Philosophie entwickelte sich in Griechenland, da die Struktur der griechischen Stadt (Polis) den Bürgern die notwendige Freiheit und Muße für das Denken ermöglichte – getreu dem Motto primum vivere, deinde philosophare. Zudem begünstigte das Fehlen einer dogmatischen Religion die Entstehung eines rationalen Denkens.

Die Milesier und die Suche nach der Arche

Die ersten Philosophen, die sogenannten Milesier oder Vorsokratiker (vor Sokrates), lebten in Kolonien fernab von Athen. Sie widmeten sich dem Studium der Natur (physis) und suchten nach dem ultimativen, ewigen Prinzip aller Wirklichkeit, der Arche. Von ihren Schriften sind nur Fragmente erhalten.

Thales von Milet

Thales gilt als der erste Philosoph. Er sagte eine Sonnenfinsternis im Jahr 585 v. Chr. voraus und zählte zu den Sieben Weisen von Griechenland. Seine Arche war das Wasser, da er argumentierte: 1. Die Erde schwebt auf dem Wasser, 2. Kein Lebewesen kann ohne Wasser überleben, 3. Wasser kann alle Aggregatzustände annehmen. Er brach mit der Mythologie und bot eine empirische Erklärung der Realität.

Anaximenes

Er betrachtete die Luft als Urstoff, aus der durch Verdünnung und Verdichtung Wind, Wolken, Wasser und Erde entstehen.

Heraklit von Ephesos

Heraklit analysierte in seinen Aphorismen die dynamische Struktur der Wirklichkeit („Alles fließt“). Er gilt als Vorläufer des dialektischen Denkens, sah das Feuer als Arche und verteidigte die Existenz einer universellen Harmonie durch den Logos.

Anaximander

Er entwickelte den Gnomon (Zeiger) und erstellte eine der ersten Landkarten. Er erklärte den Ursprung des Lebens aus dem Meer. Sein Grundprinzip der Natur nannte er Apeiron (das Unendliche, Unbegrenzte und Unbestimmte), welches auch als Synonym für Gerechtigkeit steht.

Die Schule des Pythagoras

Pythagoras von Samos lebte in Kroton (Italien) und gründete eine einflussreiche philosophische Schule. Er erklärte die Wirklichkeit durch Zahlen als ihr Prinzip. Die Pythagoreer nutzten die Tetraktys und pflegten mystische Aspekte:

  • Metempsychose: Glaube an die Seelenwanderung.
  • Verwandtschaft: Essenzielle Verbindung zwischen allen Lebewesen.
  • Regeln: Praxis der Stille, Studium von Musik und Mathematik.

Sie kritisierten die mythologischen Götter und postulierten einen einzigen, nicht-menschlichen Gott, der sich in der kreisförmigen Bewegung der Sterne und der Vollkommenheit der Kugelform manifestiert.

Parmenides von Elea und die Schule von Elea

Parmenides unterschied zwischen zwei Erkenntniswegen: Wahrheit und Meinung. Die Arche ist das „Sein“: Das Sein ist, das Nicht-Sein ist nicht. Das Sein ist ewig, unveränderlich, einzigartig und stetig. Die Kugel gilt als Symbol für die Vollkommenheit. Sein Schüler Zenon verteidigte diese Ideen durch Paradoxien, wie etwa das von Achilles und der Schildkröte.

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