Vulkanisches Risiko: Gefahren, Prävention und Standorte
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Vulkanisches Risiko und die Entstehung von Vulkanen
Vulkane sind Öffnungen an der Erdoberfläche, durch die Magma aus dem tiefen Erdinneren austritt. Der Einfluss von Vulkanausbrüchen kann sowohl positiv als auch negativ sein. Vulkane liefern seit jeher fruchtbares Land, Bodenschätze und Erdwärme. Die Zahl der unmittelbaren Opfer ist oft nicht sehr hoch, im Gegensatz zu den wirtschaftlichen Verlusten.
Bestandteile eines Vulkanausbruchs
- Gase: Wasserdampf, CO2, N2 und vor allem H2S.
- Flüssigkeiten: Die sogenannte Lava.
- Festkörper: Die sogenannten Pyroklastika.
Geografische Lage und Plattentektonik
Vulkane stehen in einer engen Beziehung zur Tektonik der Erdplatten, insbesondere an den Plattenrändern (sowohl konstruktive als auch destruktive). Zudem findet man vulkanischen Intraplatten-Magmatismus, der normalerweise mit Verwerfungen verbunden ist.
Wichtige vulkanische Risikofaktoren
- Bevölkerungsdichte: Die Anzahl der Menschen, die in der Nähe eines Vulkans leben, erhöht den Expositionsfaktor.
- Art des Vulkanausbruchs:
- Basische Magmen: Arm an Kieselsäure (SiO2) und sehr flüssig, was zu ruhigen Ausbrüchen führt. Die hohe Fließgeschwindigkeit macht diese Laven gefährlich.
- Saure Magmen: Reich an Kieselsäure und viskos, was zu explosiven Eruptionen führt.
- Regen von Pyroklastika: Je nach Anzahl und Größe können sie schwere Schäden verursachen. Die Asche kann aufgrund ihres geringen Gewichts viele Kilometer weit reisen, Erstickungen verursachen und zum Einsturz von Gebäuden führen.
- Glutwolken: Gase bei hohen Temperaturen (600–800 °C), vermischt mit Asche, rollen bergab und vernichten alles Leben, das sie erreichen.
Zusätzliche Gefahrenquellen
- Phreatomagmatische Eruptionen: Magma erhitzt Wasser schlagartig.
- Schlammströme (Lahare): Fließen aus Schlamm, gebildet durch schmelzendes Eis und Schnee.
- Tsunamis: Flutwellen von bis zu 30 m Höhe, die bis zu 10 km landeinwärts vordringen können.
- Hangbewegungen: Erdrutsche, Muren und Blockaden von Tälern.
- Giftige Gase: Emissionen von SOx, HF und anderen erstickenden Gasen.
- Waldbrände: Zerstörung von Gasleitungen oder elektrischen Leitungen.
Überwachung und Prävention vulkanischer Gefahren
Zur Vorhersage wird die Geschichte eines Vulkans untersucht. Die Überwachung konzentriert sich normalerweise auf Vulkane, die längere Zeit inaktiv waren. Man achtet auf Vorläufer oder Anzeichen von Aktivität wie:
- Kleine Erdbeben (Seismographen)
- Bodenhebungen (Inklinometer und Theodoliten)
- Analyse der freigesetzten Gase
- Veränderungen im elektrischen Potenzial der Gesteine
Man kann feststellen, wann ein Vulkan in eine abnormale Phase eintritt, jedoch nicht genau vorhersagen, wann oder wie die Endphase der Eruption verlaufen wird. Übliche Präventionssysteme bestehen darin, Lavaströme von bewohnten Orten umzuleiten und Entwässerungstunnel für Lahare zu bauen. Es müssen Gefahrenkarten erstellt, Wohnbereiche definiert und Evakuierungspläne erstellt werden.
Vulkanisches Risiko in Spanien
Beispiele für Vulkanismus finden wir auf den Kanarischen Inseln sowie auf der Halbinsel am Kap de Gata (Almería), in Olot (Girona) und im Campo de Calatrava (Ciudad Real). Die einzigen historisch aktiven Vulkane befinden sich auf den Kanarischen Inseln: Lanzarote (1831), Teneriffa (1909) und La Palma (Vulkan Teneguía, 1971). Der Vulkanismus der Kanaren ist vom Typ Intraplatten-Vulkanismus, der mit der alpinen Orogenese verbunden ist und nicht mit "Hot Spots".
Vulkanisches Risiko in der Region Murcia
Der Vulkanismus in der Region Murcia entwickelte sich hauptsächlich in zwei Stufen:
- Die erste und wichtigste Phase aufgrund der Fülle und Vielfalt der Materialien (vor ca. 17 Mio. Jahren). Es entstanden Gesteine wie:
- Kalkalkali-Gesteine (Kap de Gata, Almería).
- Kalkalkali-Gesteine (shoshonitisch, kaliumreich) in Mazarrón und am Mar Menor.
- Ultrapotassische Gesteine (Lamproit) im Norden der Provinz Murcia (Linie Cartagena-Mazarrón).
- Nach einer Pause von 2 Mio. Jahren (vor 6 bis 4 Mio. Jahren) folgte die zweite Stufe mit Emissionen von kleinen alkalischen Basalten in der Nähe von Cartagena.