Wandel der Landwirtschaft: Von Subsistenz zur Marktwirtschaft
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Von der Subsistenzwirtschaft zur Marktwirtschaft
Im 19. Jahrhundert erlebte die Landwirtschaft tiefgreifende Veränderungen, insbesondere durch die Einführung neuer Kulturpflanzen und landwirtschaftlicher Maschinen. Diese Entwicklungen führten zu folgenden Ergebnissen:
- Steigerung der Nahrungsmittelproduktion: Dies ermöglichte das Wachstum der städtischen Bevölkerung und setzte Arbeitskräfte für die aufkommende Industrie frei.
- Übergang zur Marktwirtschaft: Der Landwirt produzierte nicht mehr nur für den Eigenbedarf, sondern verkaufte über 50 % seiner Erzeugnisse auf dem Markt, um maximale Gewinne zu erzielen.
- Spezialisierung: Landwirte spezialisierten sich auf bestimmte Produkte und erwarben notwendige Betriebsmittel wie Maschinen, Düngemittel, Pestizide und Saatgut.
- Konsumwandel: Da der Landwirt seine Zeit nun der spezialisierten Produktion widmete, mussten Güter des täglichen Bedarfs (Kleidung, Möbel etc.), die zuvor in Eigenarbeit hergestellt wurden, nun zugekauft werden.
Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe
Die landwirtschaftliche Struktur lässt sich in verschiedene Betriebsgrößen unterteilen:
- Großbetriebe (Latifundien): Betriebe mit mehr als 100 Hektar, die vor allem in der Extremadura, Kastilien-La Mancha und Andalusien verbreitet sind. Sie nutzen oft eine hochmechanisierte, extensive Landwirtschaft.
- Kleinbetriebe (Minifundien): Betriebe mit weniger als 10 Hektar, die vorwiegend in der nördlichen Hälfte der Halbinsel (Galicien, Kastilien und León, La Rioja, Navarra, Aragonien, Asturien, Kantabrien, Balearen und Kanarische Inseln) vorkommen. Diese sind nur rentabel, wenn sie intensive Landwirtschaft betreiben (z. B. Zierpflanzen oder Frühgemüse).
- Mittelgroße Betriebe: Mit einer Durchschnittsgröße von ca. 30 Hektar wurden diese durch EU-Agrarpolitiken und Steuervergünstigungen gefördert, um die Qualitätsproduktion zu steigern.
In Spanien zeigt sich ein Ungleichgewicht: Eine geringe Anzahl an Großbetrieben bewirtschaftet mehr als 50 % der Bodenfläche, während die Mehrheit der Betriebe klein strukturiert ist. In Katalonien dominieren hingegen moderne, marktorientierte Familienbetriebe.
Landwirtschaftliche Arbeit in Spanien
In kleinen und mittleren Betrieben wird das Land meist direkt von den Eigentümern bewirtschaftet. Hierbei spielt die Familienarbeit eine zentrale Rolle, oft ergänzt durch angestellte Arbeiter. In vielen Fällen leisten auch Frauen einen wesentlichen Beitrag zur landwirtschaftlichen Arbeit.