Wartung und Prüfung von Kolben, Kurbelwelle und Motor
Eingeordnet in Technologie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,47 KB
Überprüfung der Kolben
Bei der Überprüfung der Kolben sollten die Gleitflächen auf Anzeichen von Störungen oder übermäßiger Reibung untersucht werden.
- Gewichtsunterschiede: Der Gewichtsausgleich zwischen den Kolben ist entscheidend. Unterschiede von mehr als 4 Gramm können zu Unwuchten der Kurbelwelle und Vibrationen führen.
- Kolbendurchmesser: Da Kolben nicht exakt zylindrisch sind, muss das Maß an der vom Hersteller angegebenen Stelle gemessen werden. Das Einbauspiel zwischen Kolben und Zylinder dient dem Ausgleich der Wärmeausdehnung und sollte zwischen 0,02 und 0,05 mm liegen.
- Bolzendurchmesser: Dieser wird mit einem Mikrometer auf Riefen oder Verschleiß geprüft.
- Kolbenbolzenbohrung: Die Messung erfolgt mit einem Innenfeinmessgerät (Alexometer) in Längs- und Querrichtung, um eine mögliche Ovalität zu erkennen.
- Montagespiel: Berechnung der Differenz zwischen Bolzendurchmesser und Bohrung.
Prüfung der Kolbenringe
- Dicke der Ringe: Messung mit einem Mikrometer zur Verschleißkontrolle.
- Ringstoßspiel: Der Ring wird in den Zylinder eingesetzt und mit dem Kolbenboden in eine horizontale Position gebracht. Das Spiel wird mit einer Fühlerlehre gemessen.
- Axialspiel: Das Spiel der Ringe in ihren Nuten wird ebenfalls mit einer Fühlerlehre gemessen.
Überprüfung der Pleuelstangen
- Gewichtsunterschiede: Die maximale Differenz zwischen den Pleueln sollte 6 Gramm nicht überschreiten.
- Ausrichtung der Pleuel: Mit einem Prüfgerät wird der Parallelismus der Achsen sowie eine mögliche Torsion kontrolliert.
- Ovalität des Pleuelfußes: Messung mit dem Innenfeinmessgerät in Quer- und Längsschnitt.
- Lagerschalen: Sicherstellen, dass die Lagerschalen fest sitzen und die Ölbohrungen korrekt fluchten.
- Ovalität des großen Pleuelauges: Nach dem Anziehen der Lagerschalen mit dem vorgeschriebenen Drehmoment wird die Ovalität gemessen. Die Differenz zwischen den Durchmessern darf maximal 0,03 mm betragen.
Prüfung der Kurbelwelle
- Exzentrizität der Hauptlager: Mit einer Messuhr auf einem V-Block wird die Rundlaufabweichung geprüft; sie sollte 0,04 mm nicht überschreiten.
- Ovalität der Hub- und Hauptlagerzapfen: Messung mit dem Mikrometer; die Ovalität darf maximal 0,04 mm betragen.
- Konizität der Zapfen: Messung des Durchmessers an beiden Enden der Zapfen; die Abweichung darf maximal 0,03 mm betragen.
- Lagerspiel: Das Einbauspiel der Haupt- und Pleuellager sollte zwischen 0,02 und 0,06 mm liegen und 0,15 mm nicht überschreiten.
Schwungrad und Motorblock
- Schwungradprüfung: Mit einer Messuhr wird der Seitenschlag am äußeren Rand geprüft. Die maximale Abweichung darf 0,06 mm nicht überschreiten.
- Planheit des Motorblocks: Mit einem Haarlineal und einer Fühlerlehre (0,05 mm) wird die obere Dichtfläche in Längs- und Querrichtung auf Verzug geprüft.
- Ovalität der Hauptlagergasse: Nach Montage der Lagerdeckel mit korrektem Drehmoment wird der Durchmesser horizontal und vertikal gemessen (maximal 0,04 mm).