Wasserkraftwerk Yacyretá: Standort, Technik und Fakten
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Geografischer Standort
Das Wasserkraftwerk Yacyretá befindet sich 1000 Kilometer nördlich von Buenos Aires und 300 Kilometer von Asunción entfernt, in der Umgebung der Inseln Yacyretá, Apipé Grande und Talavera. Es liegt nahe den Städten Ituzaingó (Argentinien) und Ayolas (Paraguay), etwa 80 Meilen stromabwärts von Posadas und Encarnación. Die Gesamtlänge der Struktur beträgt 808 Meter bei einer Breite von etwa 80 Metern.
Der Damm erstreckt sich über den Fluss Paraná, der dort von Osten nach Westen fließt, im Südosten Paraguays und im Nordosten Argentiniens. Die Anlage ist 1470 Kilometer über den schiffbaren Wasserweg von Buenos Aires und 310 Kilometer auf dem Landweg von Asunción entfernt.
Beschreibung des Wasserkraftwerks
Der Bau begann am 3. Dezember 1983. Am 26. April 1989 wurde die endgültige Definition der Schutzgebiete in den Tälern der Zuflüsse zum Stausee am rechten Ufer (Paraguay) unterzeichnet. Im Juni desselben Jahres wurde der Hauptarm des Flusses geschlossen, gefolgt vom Nebenarm Ana-Cua am 19. Mai 1990. Dort wurde eine Hochwasserentlastungsanlage mit 16 Radialtoren errichtet, die zusammen mit der Hauptanlage bis zu 95.000 m³/s abführen kann.
Zur Überwindung des Höhenunterschieds wurde eine Schiffsschleuse gebaut, die seit Beginn der Befüllung des Stausees in Betrieb ist. Die erste Einheit des Kraftwerks ging im September 1994 in Betrieb; alle 20 Turbinen waren am 7. Juli 1998 vollständig einsatzbereit.
Technische Daten und Leistung
- Installierte Gesamtleistung: 3200 MW (ein Erweiterungsprojekt zielt auf eine Verdopplung der Kapazität ab).
- Energiebeitrag: Deckt etwa 15 % des gesamten Strombedarfs in Argentinien.
- Produktion: Jährlich ca. 19.000 GWh, was 65 % der gemeinsamen Stromerzeugung von Paraguay und Argentinien entspricht.
- Turbinenkapazität: Jede der 20 Turbinen kann 2630 Millionen Liter Wasser pro Stunde verarbeiten.
Bauwerk und Infrastruktur
Das Kraftwerkshaus beherbergt 20 hydraulische Turbinen und misst 816 Meter Länge sowie 70 mal 80 Meter in der Breite – vergleichbar mit einem 20-stöckigen Gebäude. Für den Bau wurde eine Stahlmenge verwendet, die der von 40.000 Autos entspricht. Leistungsstarke Kräne dienen der Wartung und Bedienung der Tore.
Umwelt und Kritik
Trotz seiner Bedeutung war das Projekt ständiger Kritik ausgesetzt. Zu den Hauptpunkten zählen:
- Umweltfolgen: Überflutung eines einzigartigen Bioms und Ausrottung zahlreicher endemischer Arten.
- Wirtschaftlichkeit: Die ursprünglichen Baukosten wurden massiv überschritten und erreichten 11,5 Milliarden US-Dollar, begleitet von Korruptionsvorwürfen.
Fisch-Transfer-System
Um die biologische Kontinuität zwischen Fluss und Stausee zu wahren, verfügt die Anlage an beiden Enden des Maschinenhauses über insgesamt vier Fischaufzüge. Diese 4x4 Meter großen Becken transportieren Fische auf das Niveau des Stausees. Der Prozess wird von Biologen der EBY (Entidad Binacional Yacyretá) überwacht und saisonal an das Verhalten der Fische angepasst.