Wasservertriebsnetze: Systeme, Materialien und Technik
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Grundlagen der Wasservertriebsnetze
Wasservertriebsnetze sorgen für eine ausreichende und kontinuierliche Versorgung aller Teilnehmer und decken den Bedarf der gesamten Bevölkerung ab.
Vertriebssteuerung durch Tanks
Da die Wasserführung oft rund um die Uhr konstant ist, der Verbrauch jedoch stark variiert, ist der Einsatz von Tanks erforderlich. In diesen Speicherbehältern kann überschüssiges Wasser gespeichert werden, wenn der Zufluss den aktuellen Verbrauch übersteigt, und bei Bedarf wieder abgegeben werden.
Wichtige Funktionen der Tanks:
- Bereitstellung einer Löschwasserreserve (H₂O) für den Brandfall.
- Abdeckung unerfüllter Bedürfnisse der Bevölkerung während Reparaturen oder bei Pannen.
- Einsatz in der Industrie als Lagerbehälter für kurz- und langfristiges Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage.
- Sicherstellung der Versorgung bei Notfällen wie dem Verlust der Pumpleistung.
Arten von Wasserbehältern und Speichern
Industrielle Einlagen und Netzwerke für die Abwasserentsorgung (Kanalisation) nutzen verschiedene Speicherformen. Erhöhte Stauseen oder Hochbehälter können auf natürlichem Hochland oder mittels Stahl- und Betonsäulen errichtet werden. Hochbehälter aus Stahl werden oft mit Kapazitäten von bis zu 15.000 m³ (ca. 4,10⁶ Gallonen) gebaut.
Arten von Verteilungssystemen
Die Verteilung des gespeicherten Wassers erfolgt über ein Netz von Rohren in den Straßen. Dabei müssen Durchfluss und Druck auch in Zeiten starken Konsums stabil bleiben. Es gibt drei grundlegende Systeme:
1. Das verzweigte System (Strahlennetz)
Dieses System besteht aus einer Hauptleitung, von der sekundäre, tertiäre und weitere Leitungen analog zu den Nerven eines Blattes abzweigen. Jeder Punkt im Netzwerk erhält Wasser nur von einer Seite. Nachteil: Ein Fehler an einer Stelle führt dazu, dass der gesamte nachfolgende Bereich trocken bleibt.
2. Das vernetzte System (Ringnetz)
Hier sind die Enden der Zweige miteinander verbunden. Wasser kann einen Punkt von zwei Seiten erreichen. Vorteil: Bei einem Rohrbruch bleibt die Versorgung durch andere Leitungen meist aufrechterhalten.
3. Die kreisförmige Verteilung
Dieses System nutzt eine zentrale Ringhauptleitung mit weiteren Arterien. Dies ermöglicht den Transport großer Wassermengen von entgegengesetzten Enden aus.
Technische Komponenten und Wartung
Die arteriellen Leitungen sollten in Abständen von maximal 1,5 km Ventile besitzen. Auch kleinere Leitungen müssen mit Ventilen ausgestattet sein, damit Schäden lokal begrenzt werden können, ohne die Hauptleitungen schließen zu müssen.
Sicherheitsvorrichtungen
Große Primärleitungen müssen an Tiefpunkten mit Entleerungsventilen und an Hochpunkten mit Be- und Entlüftungsventilen (Vakuumventile) ausgestattet sein. Der Zweck von Hydranten ist der Brandschutz, sie können jedoch auch zur Entlüftung oder zum Ausspülen von Sedimenten genutzt werden. Ein Hydrant wird über eine seitliche Leitung mit mindestens 150 mm Durchmesser an das Hauptrohr angeschlossen.
Hygienische Kontrolle
Nach der Installation und Dekontamination der Rohre müssen bakteriologische Untersuchungen durchgeführt werden. Die Keimzahl darf 500/ml nicht überschreiten, und es dürfen keine coliformen Bakterien nachweisbar sein. Servicerohre erstrecken sich von den Hauptleitungen bis zu den Messgeräten der Benutzer.
Materialien für Rohrleitungen und Zubehör
Die Wahl der Materialien hängt von den Anforderungen ab. Zum Einsatz kommen Stahl, Beton, Faserzement, Blei, Asphalt und Kunststoffe.
Gusseisen und Stahl
Gusseisenrohre sind extrem langlebig (über 100 Jahre), neigen jedoch zur Tuberculación (Inkrustation), bei der sich Oxidablagerungen im Inneren bilden. Dies verringert den Durchmesser und die hydraulische Kapazität um bis zu 70 %. Daher werden Metallrohre oft mit Zement oder Bitumen ausgekleidet. Stahlrohre eignen sich besonders für lange Strecken und hohe Drücke, da sie widerstandsfähiger und leichter sind. Unter günstigen Bedingungen halten sie über 50 Jahre.
Beton und Kunststoff
Betonzylinderrohre werden oft für den Hauptwassertransport eingesetzt. Sie bestehen aus einem Stahlzylinder mit hochfester Drahtwicklung und Zementmörtel-Beschichtung. Betonrohre sind (außer in sauren Umgebungen) korrosionsbeständig und halten etwa 75 Jahre. Kunststoffrohre (z. B. aus Glasfaser) sind leicht zu handhaben, kostengünstig und korrosionsfrei. Sie bieten meist eine Garantie von 25 Jahren, können jedoch durch Kristallisation oder mechanische Belastungen langfristig beeinflusst werden.
Versorgungsgalerien in städtischen Anlagen
Der Bau von Versorgungsgalerien dient der Zentralisierung aller unterirdischen Leitungen (außer Gas). Vorteile: Keine Bauarbeiten auf der Straße bei Reparaturen, leichtere Wartung und Vermeidung von Leckagen durch Bodenkorrosion oder Erdbewegungen. Ein typischer Querschnitt (Typ A) ist 1,90 m breit und 2 m hoch. Bei breiten Straßen werden oft zwei Galerien unter den Bürgersteigen angelegt.