Wasserwelle, Papilloten & Föntechniken: Frisurenstyling-Grundlagen

Eingeordnet in Technologie

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 5,65 KB

Handgelegte Wasserwelle

Aussehen: Wellental, Wellenkante, Wellenbreite, rechts- bzw. links gerichtete Welle

Werkzeuge/Hilfsmittel: Wellenkamm, Wasserspritze, Clips, Wellenkämme

Papilloten

  • Wellenpapillote
    Aussehen/Frisurenergebnis: flach anliegend, in wechselnder Richtung, sitzt auf der Abteilung, Wellen
  • Spitzenpapillote
    Aussehen/Frisurenergebnis: flacher, langgezogener Ansatz, nur die Spitze eingedreht nach rechts oder links, anliegendes Ergebnis mit aufspringenden Spitzen
  • Stehende Papillote mit liegendem Ansatz
    Aussehen/Frisurenergebnis: flacher Ansatz, komplett eingedreht im rechten Winkel zur Kopfhaut, Außenrolle je nach Größe lockig
  • Stehende Papillote mit hochgeführtem Ansatz
    Aussehen/Frisurenergebnis: hochgeführter Ansatz, komplett eingedreht im rechten Winkel zur Kopfhaut, volumiges, glattes Ergebnis

Einlegen mit Volumenwicklern

Material/Arten: Top-Starwickler, Flachwellwickler, Drahtwickler, Borstenwickler, Samtwickler, Gummiwickler

  • Großer Durchmesser = viel Volumen, wenig Sprungkraft
  • Kleiner Durchmesser = wenig Volumen, viel Sprungkraft

Winkelhaltung/Frisurenergebnis:

  • Spitzer Winkel = flacher Ansatz, wenig Volumen
  • Rechter Winkel = normales Volumen
  • Stumpfer Winkel = viel Volumen

Föntechniken

Fönhaltung: Immer mit der Schuppenschicht, sonst kein Glanz, nicht zu heiß

  • Ansatzfönen: Am Haaransatz Halbrundbürste ansetzen, mit kleiner Gegenbewegung Stand fönen
  • Lockenfönen: Mit kleinen Rundbürsten einzelne Passées aufwickeln, fönen, auskühlen lassen, Bürste vorsichtig entnehmen
  • Volumenfönen: Mit großer Rundbürste einzelne Passées mit stumpfem Winkel über die Bürste fönen

Werkzeuge zur Frisurenerstellung

Kämme: Stielkamm, Toupierkamm, Frisierkamm, Stylingkamm, Wasserwellkamm aus Horn, Naturkautschuk, Holz oder Kunststoff

Bürsten: Rundbürsten, Fönbürsten, Halbrundbürsten, Paddelbürsten, Frisierbürsten aus Naturborsten, Kunststoffborsten, Drahtborsten oder Holzstiften

Hilfsmittel: Fön, Glätteisen, Kreppeisen, Ondulierstab, Lockenstab, Welleneisen

Styling- und Finishprodukte

Stylingprodukte: Schaumfestiger, Farbfestiger, flüssiger Festiger

Finishprodukte: Haarspray, Glanzspray, Gel, Wachs, Frisiercreme

Inhaltsstoffe:

  • Alkohol (Lösungsmittel)
  • Aerosole (Treibmittel)
  • Filmbildner (Festigkeit)
  • Polymere (verbesserte Kämmbarkeit, antistatisch)
  • Duftstoffe
  • Pflegestoffe

Chemischer Feinbau des Haares

Aufbau Faserstamm: Faserstrangbündel, Kittsubstanz, Makrofibrille, Mikrofibrille, Protofibrille, Peptidspirale (schraubenförmiges Eiweißkeratin, bestehend aus Schwefel, Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und SCHON)

Brückenbindungen:

  • Wasserstoffbrücken: Stabilisierung durch Längsverbindungen, Lösung durch Wasser
  • Salzbrücken: Stabilisierung durch Querverbindungen, teilweise wasserlöslich, durch Säuren/Laugen gelöst (Shampoo)
  • Schwefelbrücken: Querverbindung zwischen den Peptidspiralen, löslich durch Reduktion (Dauerwellflüssigkeit)

Physikalische Eigenschaften des Haares

  • Hygroskopizität: Fähigkeit, Wasser aus der Umgebungsluft aufzunehmen
  • Plastizität: Grad der Verformbarkeit (je nasser das Haar, also je mehr Wasserstoffbrücken gelöst sind, desto plastischer)
  • Elastizität: Sprung- und Spannkraft, also durch Trocknen des Haares
  • Dehnbarkeit: Trockenes Haar ca. 1/3 dehnbar, nasses Haar ca. 1/2 dehnbar, chemisch behandeltes Haar bis zur doppelten Länge
  • Reißfestigkeit: Gesundes, trockenes Haar hält bis zu 100 g Gewicht

Historische Frisuren

Beispiele:

  • Pagenkopf (Ägypter, 3000–300 v. Chr.)
  • Viel Volumen am Oberkopf und Hinterkopf (Griechen, 1500–150 v. Chr.)
  • Mittelscheitel und Knoten, Tituskopf (Römer, 500 v. – 500 n. Chr.)
  • Fontage (Barock)
  • Bubikopf (1920er)

Merkmale: Wellen, Locken, Korkenzieherlocken, hohe Aufbauten, Haarschmuck, Drahtgestelle

Werkzeuge:

  • Calamistrum (aus der griechischen Antike): ein erwärmter Heizstab mit einem Rohr
  • Onduliereisen (der Franzose Marcel Grateau)
  • Welleneisen

Extra

  • Stylingprodukte werden überwiegend zum Erstellen der Frisur genutzt. Finishprodukte hingegen werden zum Frisurenabschluss eingesetzt.
  • Filmbildner sind Kunstharze.
  • Der Alkohol dient als Lösungsmittel für die enthaltenen Kunstharze.
  • Bandhaare zählen zu den Haaranomalien. Sie sind schwerer zu frisieren und umzuformen.
  • Physikalischer Vorgang der temporären Haarumformung: Aufgrund seiner Saugfähigkeit nimmt das Haar Wasser auf. Das Wasser löst die Wasserstoffbrücken im Haar und lockert die Salzbrücken im Haarkeratin. Das Haar wird dadurch verformbar. Beim Trocknen bilden sich die Brückenbindungen in neuer Form wieder.

Verwandte Einträge: