Der Weg in den Ersten Weltkrieg: Bündnisse und Außenpolitik
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1. Der Weg in den Krieg
1.1 Deutsche Außenpolitik
Seit dem Wiener Kongress wurden die internationalen Beziehungen durch den Versuch bestimmt, ein Gleichgewicht zwischen den europäischen Mächten zu erreichen. Das Vereinigte Königreich versuchte, seine Dominanz zur See zu erhalten. Mit der deutschen Reichsgründung entstand eine neue Macht in der Mitte des Kontinents, was die Ausrichtung der internationalen Beziehungen grundlegend veränderte.
Zunächst nutzte Otto von Bismarck seine diplomatischen Aktivitäten, um die Bildung anti-deutscher Koalitionen zu verhindern, und wurde zum Schiedsrichter der europäischen Diplomatie. Sein Hauptinteresse galt der Isolierung Frankreichs. Zu diesem Zweck baute er ein System von Bündnissen auf, das Österreich-Ungarn und Russland einbezog. Aufgrund der Rivalität zwischen Österreich-Ungarn und Russland suchte er nach neuen Verbündeten, wie Italien, und schloss einen Neutralitätspakt mit Russland.
Ab 1890 begann Kaiser Wilhelm II. mit seiner Weltpolitik mit dem Ziel, ein Kolonialreich zu errichten. Frankreich war nicht länger isoliert, und die Priorität verlagerte sich auf den Wettbewerb mit dem Vereinigten Königreich. Das rasche Wirtschaftswachstum Deutschlands und der Protektionismus führten zu einer erbitterten Rivalität zwischen beiden Staaten um die Eroberung europäischer und weltweiter Märkte.
1.2 Territoriale Interessen und Bildung von Blöcken
In Europa intensivierte sich die Bildung von Allianzen durch politische Verpflichtungen zur Partnerschaft und gegenseitigen Hilfe. Schließlich formierten sich die europäischen Mächte in zwei feindliche Blöcke: den Dreibund und die Triple Entente.
Dieses System verpflichtete die Staaten, bei Konflikten füreinander zu intervenieren. Die Spannungen, die in den Jahren vor 1914 entstanden, prägten die Atmosphäre der Vorkriegszeit.
Der Dreibund
- Bestehend aus Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien.
- Das deutsche Interesse am Balkan führte dazu, dass Wilhelm II. die österreichischen Interessen in diesem Bereich unterstützte und deutsches Kapital investierte, um diese zu fördern.
- Italien trat diesem Bündnis nur unter der Bedingung bei, die italienischsprachigen Gebiete Österreichs zu erhalten.
Die Triple Entente
- Gebildet aus Frankreich, Großbritannien und Russland.
- Frankreich und Russland schlossen eine Allianz: Französische Investitionen in Russland unterstützten die russische Industrialisierung.
- Frankreich und Großbritannien schlossen einen Kooperationsvertrag, die Entente cordiale, um ihre Volkswirtschaften vor dem deutschen Wirtschaftswachstum und der starken deutschen Marine zu schützen.
- Im Jahr 1907 trat Russland der Entente cordiale bei, wodurch die Triple Entente entstand. Am Vorabend des Krieges schloss sich auch Serbien an.