Die Welt nach 1945: Neuordnung und Kalter Krieg
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Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs
Am Ende des Zweiten Weltkriegs war Europa zerstört und seine Bevölkerung dezimiert. Es entstanden zwei neue Supermächte: die USA und die UdSSR. Das demografische Gleichgewicht war mit rund 50 Millionen Toten erschüttert, wovon fast die Hälfte auf die UdSSR entfiel, gefolgt von Deutschland und Polen.
Physische und moralische Zerstörung
- Physische Zerstörung: Die Zerstörungen waren immens und betrafen Städte, Verkehrswege und Industrieanlagen. Dies führte zu einem drastischen Rückgang der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion. Im Gegensatz dazu erlebten Länder, die von den Zerstörungen verschont blieben, ein starkes Wirtschaftswachstum.
- Moralische Auswirkungen: Grenzverschiebungen und die Vertreibung ethnischer Minderheiten führten zu massiven Bevölkerungsverschiebungen. Die Menschenrechte waren verletzt worden, und Gewalt sowie Grausamkeit hatten sich sechs Jahre lang in Europa etabliert. Die Kenntnis des Holocaust und die Auswirkungen der Atombombenabwürfe hinterließen ein tiefes Trauma in der Bevölkerung.
Die Friedenskonferenzen der Alliierten
Die „Großen Drei“ (Großbritannien, USA und UdSSR) trafen sich auf mehreren Konferenzen, um die Nachkriegsordnung zu gestalten.
Konferenz von Teheran (1943)
Auf der ersten Konferenz mit den Teilnehmern Churchill, Roosevelt und Stalin wurden militärische Maßnahmen beschlossen, um durch gemeinsame Anstrengungen das Kriegsende zu beschleunigen.
Konferenz von Jalta (1945)
Hier wurde die Beseitigung des NS-Regimes in Deutschland beschlossen. Weitere Beschlüsse waren die Aufteilung Deutschlands und Österreichs in vier Besatzungszonen sowie eine ähnliche Aufteilung der Städte Berlin und Wien.
Potsdamer Konferenz (1945)
Die neuen Teilnehmer (Attlee, Truman, Stalin) einigten sich auf verschiedene Aspekte bezüglich Deutschland:
- Rückgabe aller von Deutschland annektierten europäischen Gebiete
- Abtrennung Österreichs
- Demilitarisierung
- Verfolgung und Bestrafung der führenden Nationalsozialisten
Zudem wurde die Oder-Neiße-Linie als Grenze zwischen Deutschland und Polen festgelegt. Auf der Konferenz zeigten sich bereits enorme Differenzen zwischen den USA und der UdSSR. Man warf sich gegenseitig vor, den Krieg zu nutzen, um den eigenen Einflussbereich und die Hegemonie auszuweiten. Das gegenseitige Misstrauen wuchs, was sich in der Aussetzung der letzten Hilfslieferungen an die UdSSR zeigte, die ihre Herrschaft über Osteuropa ausdehnte.
Schließlich wurden auf der Pariser Friedenskonferenz (1946) die Friedensverträge mit den Verbündeten Deutschlands ausgearbeitet. Der Staatsvertrag mit Österreich wurde jedoch erst 1955 unterzeichnet, und das Land blieb bis dahin von den Alliierten besetzt.
Die Gründung der Vereinten Nationen (UNO)
Die Vereinten Nationen (UNO) wurden 1945 auf der Konferenz von San Francisco als Nachfolgeorganisation des Völkerbundes gegründet. Es gab 46 Gründungsstaaten. Ihre Ziele waren die Wahrung des Weltfriedens, der internationalen Sicherheit und die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Nationen. Die Charta etablierte Grundsätze wie den Gewaltverzicht, die Nichteinmischung in innere Angelegenheiten und das Selbstbestimmungsrecht der Völker.
In der Generalversammlung sind alle Mitgliedstaaten vertreten. Für die Verabschiedung von Beschlüssen ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Zudem gibt es den Sicherheitsrat, in dem die fünf ständigen Mitglieder ein Vetorecht bei Entscheidungen haben.
Die Spaltung der Welt: Beginn des Kalten Krieges
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Antagonismus zwischen den westlichen Ländern und der UdSSR offensichtlich. Die Konferenzen von Jalta und Potsdam hatten Europa in zwei Einflusszonen geteilt. Sowohl die USA als auch die UdSSR waren entschlossen, ihre Positionen zu halten und zu verhindern, dass der Rivale neue gewinnt.
Die USA und Großbritannien misstrauten der Herrschaft, welche die Sowjets in den von der Roten Armee befreiten Gebieten ausübten. Die Sowjetunion wiederum fühlte sich durch den Besitz der Atombombe durch die USA bedroht. Die Unterschiede waren ideologischer Natur: Die beiden Staaten vertraten gegensätzliche politische, soziale und wirtschaftliche Modelle.
Um die Kontrolle über ihre Gebiete zu stärken, drängten die USA darauf, die Kommunisten aus den Koalitionsregierungen in ihrer Einflusszone (Frankreich, Italien, Belgien, Dänemark) zu entfernen. Im Gegenzug sorgte die UdSSR dafür, dass die kommunistischen Parteien in den Ländern unter ihrem Einfluss die alleinige Macht übernahmen. In den von der sowjetischen Armee besetzten Staaten wurde die Bildung sogenannter Volksdemokratien erzwungen, die vom sowjetischen Kommunismus inspiriert waren.