Weltwirtschaft von 1945 bis 2007: Phasen und Faktoren

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In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (1950–2000) erlebte die Menschheit eine historische Periode starker Beschleunigung. In diesem halben Jahrhundert verzeichnete die Welt ein beispielloses Bevölkerungswachstum sowie eine enorme wirtschaftliche Verbesserung des Lebensstandards und des materiellen Wohlergehens.

  • Bevölkerungswachstum: Die Weltbevölkerung verdoppelte sich von 2,5 Milliarden im Jahr 1950 auf 6 Milliarden im Jahr 2000.
  • Produktionssteigerung: Die Produktion stieg um den Faktor sieben, wodurch das Pro-Kopf-Einkommen trotz der Bevölkerungsexplosion fast verdreifacht wurde.
  • Produktivität: Dieser Wohlstand wurde durch eine verbesserte Arbeitsproduktivität erreicht, was den Menschen mehr Freizeit und Bildung ermöglichte.

Diese Wohlfahrtssteigerung war ein nahezu universelles Phänomen, das Länder befreite, die zuvor in der Malthusianischen Falle gefangen waren. Dennoch konnten Armut und Hunger weltweit nicht vollständig beseitigt werden.

Die zwei Phasen der Nachkriegszeit

Der Zeitraum lässt sich in zwei Phasen unterteilen: die Zeit vor und nach 1973.

Die „Dreißig glorreichen Jahre“ (1950–1973)

Diese Periode, auch als Goldenes Zeitalter des Wachstums bekannt, zeichnete sich durch überdurchschnittliches, stabiles und universelles Wachstum aus. Es war geprägt von:

  • Intensiven technischen und organisatorischen Veränderungen.
  • Einer relativ gerechten Verteilung des Wohlstands.
  • Einem starken Anstieg des internationalen Waren- und Dienstleistungshandels.

In dieser Zeit bildeten sich drei Wirtschaftsblöcke: die entwickelten kapitalistischen Länder (PCD), die sozialistischen Länder (PS) und die Entwicklungsländer (PVD). Die wirtschaftliche Kluft zwischen diesen Blöcken vergrößerte sich jedoch zunehmend.

Die „Dreißig schwierigen Jahre“ (ab 1973)

Die Ölkrise von 1973 markierte den Bruch mit der Vergangenheit. Es folgte eine Phase langsamen, instabilen Wachstums, geprägt von Inflation, Arbeitslosigkeit und Divergenz. Wichtige Entwicklungen waren:

  • Der Zusammenbruch der UdSSR und der Aufstieg neuer Wirtschaftsmächte, wie der asiatischen Drachen (NICs).
  • Das Ende des Kalten Krieges und die Ausbreitung des globalen Kapitalismus.
  • Eine höhere Volatilität der wirtschaftlichen Aktivität, ähnlich der Zwischenkriegszeit.

Strukturwandel und Outsourcing

Ein zentrales Merkmal dieser Zeit war der Strukturwandel: Die Landwirtschaft verlor an Bedeutung, während der Dienstleistungssektor zum dominierenden Wirtschaftszweig wurde (Outsourcing der Wirtschaft). Bis 2002 machte der Dienstleistungssektor etwa 70 % des weltweiten BIP aus. Dieser Prozess ging oft mit einer Deindustrialisierung einher, die jedoch nicht in allen Regionen der Welt gleich verlief.

Wirtschaftspolitik und die Krise von 2008

Zwischen 1983 und 1990 versuchten Regierungen durch eine Abkehr von keynesianischen Maßnahmen und eine Hinwendung zu liberalen Politiken (Angebotsorientierung) das Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Ergebnisse waren gemischt: Während die Inflation sank, blieb die Arbeitslosigkeit in vielen Regionen hoch.

In den 1990er Jahren führte die Kombination aus Outsourcing und Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zur sogenannten Wissensgesellschaft. Schließlich mündete die Entwicklung in die Finanzkrise von 2008, ausgelöst durch die US-Immobilienblase und die Subprime-Krise, die eine globale wirtschaftliche Rezession nach sich zog.

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