Die Weltwirtschaftskrise von 1929: Ursachen und Folgen
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Einführung: Die Krise von 1929
Die Weltwirtschaftskrise von 1929 war eine universelle Krise, die primär durch eine massive Überproduktion ausgelöst wurde. Wie entstand diese Situation?
Während des Ersten Weltkrieges produzierten Länder, die nicht direkt am Krieg beteiligt waren, Waren für die kriegsführenden Nationen. Dies schuf einen fiktiven Markt. Die Unternehmen liefen auf Hochtouren, um die Nachfrage zu decken, und verliehen sogar Kapital an die kriegsführenden Länder, damit diese die Produkte kaufen konnten.
Nach dem Krieg begannen die europäischen Länder mit dem Wiederaufbau und der Wiederaufnahme ihrer eigenen Produktion, um ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit zu sichern. Dies führte zu folgenden Entwicklungen:
- 1921: Erste Anzeichen der Überproduktionskrise führten zur Schließung von Unternehmen, was jedoch aufgrund mangelnder staatlicher Warnungen kaum wahrgenommen wurde.
- In Europa herrschte während der „Goldenen Zwanziger“ eine trügerische wirtschaftliche Erholung.
Verlauf der Krise
Im Jahr 1929 erkannten Investoren und Produzenten, dass die Unternehmen ihre Waren nicht mehr absetzen konnten. Die Diskrepanz zwischen dem tatsächlichen Unternehmenswert und dem Wert an der Börse wurde offensichtlich.
Die Börse fungierte als Ort, an dem Privatpersonen Unternehmen Kapital liehen und im Gegenzug Aktien erhielten. In den Jahren 1928 und 1929 entwickelte sich der Aktienhandel zu einem spekulativen Geschäft, bei dem Aktien oft auf Kredit gekauft wurden, in der Hoffnung, sie teurer weiterzuverkaufen.
Als 1929 die realwirtschaftlichen Daten veröffentlicht wurden, wollten alle Investoren gleichzeitig verkaufen. Da niemand mehr kaufte, stürzten die Kurse ab, was sowohl Unternehmen als auch Anleger ruinierte. Der Staat versuchte, Banken zum Kauf von Aktien zu bewegen, um den Verfall zu stoppen, doch die Banken verfügten nicht über genügend Liquidität, was zu einer Welle von Bankenschließungen führte.
Die USA reagierten mit staatlichen Interventionen und zogen ihre Unterstützung für den Wiederaufbau Europas ab, während sie gleichzeitig die Rückzahlung von Kriegsschulden forderten. Dies weitete die Krise global aus.
Maßnahmen zur Krisenbewältigung
Die Vereinigten Staaten waren das erste Land, das gezielte Maßnahmen zur Überwindung der Krise ergriff. Diese basierten auf der Theorie von John Maynard Keynes, die als Grundlage für die moderne Wirtschaftspolitik dient.
Die Keynesianische Theorie
Keynes argumentierte, dass der Staat als zentraler Akteur fungieren muss, da er als einzige Instanz in der Lage ist, Regulierungen durchzusetzen. Der Staat sollte:
- Wirtschaftliche Aktivitäten und die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern.
- Steuern nutzen, um Industrien zu steuern, zu bestrafen oder durch Beihilfen und Stipendien zu belohnen.
In den USA wurde diese Theorie unter dem Namen „New Deal“ umgesetzt, was zu positiven Ergebnissen führte, obwohl Teile der Gesetzgebung zeitweise als Eingriff in die individuelle Freiheit kritisiert wurden.
Wirtschaftspolitik in Europa
In Europa wurden unterschiedliche Ansätze verfolgt:
- Planwirtschaft: In Ländern wie Russland, Italien, Portugal und Spanien wurden staatliche Ziele für feste Zeiträume definiert.
- Deutschland: Hier wurde eine Doppelwährung eingeführt, um die Kriegsschulden zu bewältigen. Der Staat trat als größter Arbeitgeber auf, schuf Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst und forcierte öffentliche Bauprojekte. Dies führte jedoch zu einem Haushaltsdefizit und Steuererhöhungen.
Bis heute wird kontrovers diskutiert, ob der Staat aktiv in die Wirtschaft eingreifen sollte, um Krisen zu lösen, oder ob Steuersenkungen und die Förderung privater Unternehmen der effizientere Weg sind.