Die Weltwirtschaftskrise von 1929: Ursachen und Folgen

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Die Krise von 1929: Der Börsencrash

Was als einfacher Rückgang der Aktienkurse an der New Yorker Börse begann, entwickelte sich zur größten Krise des Kapitalismus. Zuvor hatten steigende Aktienkurse und leicht erhältliche Darlehen zu massiver Spekulation geführt.

Anzeichen der Krise

  • Wirtschaftliche Schwierigkeiten in Großbritannien.
  • Stagnierende deutsche Industrieproduktion.
  • Rückgang des internationalen Handels.

Als die New Yorker Börse stagnierte, versuchten die Behörden durch Zinserhöhungen gegenzusteuern – doch dies geschah zu spät. Am 14. Oktober, dem sogenannten Schwarzen Donnerstag, löste der massenhafte Verkauf von Aktien zur Rückzahlung von Krediten eine Panik aus. Der Börsencrash war der Auslöser für eine globale Krise.

Ausbreitung auf die Realwirtschaft

Die Krise weitete sich schnell von der Börse auf andere Sektoren aus:

  • Bankenkrise: Investoren konnten Kredite nicht zurückzahlen, Sparer zogen ihre Gelder ab, was zum Zusammenbruch vieler Banken führte.
  • Industrie: Mangelnde Finanzierung und sinkende Nachfrage führten zu Fabrikschließungen und Überproduktion.
  • Landwirtschaft: Sinkende Preise und fehlende Kredite ruinierten die Landwirte.

Globale Auswirkungen

Aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtungen breitete sich die Krise weltweit aus. Während die UdSSR aufgrund ihrer wirtschaftlichen Isolation kaum betroffen war, traf es Europa hart: Bankenzusammenbrüche in Österreich und Deutschland sowie die Abwertung des britischen Pfunds verschärften die Lage.

Soziale und politische Folgen

Die industrielle Produktion sank massiv, die Arbeitslosigkeit stieg weltweit an. Dies führte zu sozialem Elend, wachsenden Gegensätzen zwischen Arm und Reich und politischer Instabilität, was in vielen Ländern den Aufstieg autoritärer Regime (Faschismus) begünstigte.

Erste Maßnahmen und Protektionismus

Regierungen versuchten zunächst, den heimischen Markt durch Protektionismus zu schützen, indem sie Zölle auf ausländische Produkte erhoben. Dies führte jedoch zur Zerstörung des internationalen Währungssystems und verschärfte die Depression weiter.

Suche nach Lösungen

Das Scheitern des klassischen Liberalismus

Liberale Ökonomen sahen die Krise zunächst als vorübergehendes Missverhältnis an. Die klassische Deflationspolitik – Lohnsenkungen und Währungsanpassungen – erwies sich jedoch als wirkungslos.

Der New Deal

Präsident Roosevelt führte in den USA den New Deal ein, der einen Wendepunkt im klassischen Kapitalismus markierte. Zu den Maßnahmen gehörten:

  • Bankenreformen und staatliche Kontrollbehörden.
  • Förderung von Produktion und Nachfrage.
  • Schaffung von Arbeitsplätzen durch große öffentliche Bauprojekte.
  • Garantie von Mindestlöhnen und Unterstützung für Landwirte.

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