Die Weltwirtschaftskrise 1929: Ursachen und Folgen
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Die Weltwirtschaftskrise von 1929
Die Krise von 1929, auch bekannt als der Große Crash oder die Weltwirtschaftskrise, war die wahrscheinlich größte wirtschaftliche Erschütterung, mit der das kapitalistische System jemals konfrontiert wurde.
Der Börsencrash an der Wall Street
Am Donnerstag, den 24. Oktober 1929, kam es zum historischen Absturz der Börse an der Wall Street. Die finanziellen Gewinne der vorangegangenen großen Hausse wurden am sogenannten „Schwarzen Donnerstag“ erschüttert, als der Wert der Aktien an der NYSE zusammenbrach. Die Aktienkurse fielen an diesem Tag massiv und sanken über einen ganzen Monat hinweg weiter. In der Folge verloren allein innerhalb von drei Tagen 100.000 US-Arbeiter ihre Arbeitsplätze.
Die wichtigsten Auslöser der Krise
Die wesentlichen Ursachen für den Zusammenbruch waren:
- Der Rückgang der Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse im internationalen Handel.
- Starke Kreditbeschränkungen.
- Der wirtschaftliche Zusammenbruch in Deutschland.
- Überproduktionen: Infolge des Ersten Weltkriegs entwickelten viele Länder eigene Industrien, um Produkte zu ersetzen, die das kriegführende Europa nicht mehr exportieren konnte.
- Hohe Schuldenlasten durch Kredite.
Die Rolle der USA und das wirtschaftliche Ungleichgewicht
Nach dem Ersten Weltkrieg waren die USA zum weltweit wichtigsten Lieferanten von Rohstoffen, Lebensmitteln und Industrieprodukten aufgestiegen. Da die Weltwirtschaft jedoch im Ungleichgewicht zu den Vereinigten Staaten stand, kam es ab 1925 zu einer massiven Anhäufung von Lagerbeständen. Dies führte zu:
- Sinkenden Preisen: Andere Länder kauften vermehrt US-Waren, anstatt eigene Produkte herzustellen.
- Arbeitslosigkeit: Aufgrund der Überproduktion und der Unfähigkeit der Unternehmen, nach dem Wall-Street-Crash das Personal zu halten, stieg die Arbeitslosenquote.
- Verlust der Kaufkraft in der breiten Bevölkerung.
Bis zum Ende des Jahrzehnts wuchsen die Bestände ungezügelt um bis zu 90 % an.
Spekulation und globaler Zusammenbruch
Die Aktienwerte hatten einen rein spekulativen Charakter, da sie weit über ihrem realen Wert lagen. Viele Menschen nahmen Bankkredite auf, um dieses Geld an der Börse zu investieren, in der Hoffnung auf Renditen, die über den Kreditzinsen lagen. Diese Krise weitete sich auf die gesamte kapitalistische Welt aus und erreichte Mitte 1931 auch Länder wie Uruguay.
Soziale und wirtschaftliche Folgen
Die Auswirkungen waren verheerend:
- Abwertung fast aller Währungen und Fall der Reallöhne.
- Einbruch der Exporte in allen Sektoren.
- Rückzug von ausländischem Kapital (z. B. in Uruguay).
- Massive Bankenschließungen durch Konkurs und Kreditmangel, was zahlreiche Anleger ruinierte.
Aus sozialer Sicht stiegen die Lebenshaltungskosten drastisch an. Die Verzweiflung führte zu vielen persönlichen Tragödien, hohen Suizidraten aufgrund von Schulden und einer massiv steigenden Arbeitslosigkeit. Die Erholung von Inflation und Kapital verlief nur sehr langsam; die Auswirkungen der Krise hielten bis 1939 und dem Beginn des Zweiten Weltkrieges an.