Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre und der Totalitarismus
Eingeordnet in Sozialwissenschaften
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,67 KB
Die Krise der 1930er Jahre
1. Der Börsenkrach an der New York Stock Exchange
Aktien waren massiv überbewertet. Als Anleger erkannten, dass die Kurse nicht haltbar waren, wollten sie ihre Anteile verkaufen und ihr Kapital zurückfordern. Im Oktober 1929 kam es an der Wall Street, dem Sitz der New York Stock Exchange, zu einem massiven Ausverkauf. An einem einzigen Tag wurden dreizehn Millionen Aktien verkauft, was zum Zusammenbruch der Werte führte. Millionen Menschen verloren ihr Vermögen oder ihre Ersparnisse. Dies markierte den Beginn des New Yorker Börsenkrachs.
2. Die Weltwirtschaftskrise (Great Depression)
Die Auswirkungen des Börsenkrachs weiteten sich auf die USA und anschließend auf den Rest der Welt aus, was schwerwiegende Folgen hatte. Die Vereinigten Staaten schützten ihre Produkte durch Protektionismus, was die Handelsbeziehungen und die Weltwirtschaft massiv beeinträchtigte. Die USA zogen ihr in Europa investiertes Kapital ab. Dies führte zur Schließung von Unternehmen und zum Bankrott zahlreicher Banken. Die Folge war eine beispiellose wirtschaftliche Depression mit einer massiven Zunahme der Arbeitslosigkeit.
3. Der Kampf gegen die Depression: Der New Deal
Die Vereinigten Staaten waren eines der am stärksten betroffenen Länder. Angesichts dieser Situation führte Präsident Franklin D. Roosevelt ein Programm namens „New Deal“ ein, um die Krise zu überwinden. Die Maßnahmen umfassten:
- Hilfen für Landwirte durch Subventionen und Entschädigungen.
- Einführung von Arbeitslosenunterstützung.
- Erhöhung der Löhne und Verkürzung der Arbeitszeit.
- Staatliche Intervention im Bankensektor.
- Investitionen in öffentliche Bauprojekte.
Der Anstieg des Totalitarismus
1. Faschistischer Totalitarismus
Der italienische und deutsche Totalitarismus gewann die Unterstützung aller sozialen Schichten und entwickelte sich zu einer Massenbewegung. In beiden Ländern wurde ein totalitärer Staat errichtet, der die liberale Demokratie ablehnte, da diese als ineffektiv bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise angesehen wurde. Zudem wurden Sozialismus, Kommunismus und die Arbeiterbewegung bekämpft. Zur Manipulation der Massen wurden folgende Methoden genutzt:
- Kult um einen charismatischen Führer.
- Schaffung einer sozialen Hierarchie in der Produktion.
- Militarismus.
- Rückgriff auf Nationalismus und Revanchismus.
- Rassismus und die Ausgrenzung vermeintlich „Degenerierter“.
2. Italienischer Faschismus
In der Zwischenkriegszeit herrschte in Italien soziale Unruhe, die das demokratische System schwächte und Mussolini an die Macht brachte. Seine Innenpolitik war durch die absolute Machtausübung geprägt:
- Ersetzung des Parlaments durch den Großen Faschistischen Rat.
- Durchsetzung einer ultranationalistischen Ideologie.
- Förderung des Korporatismus und Einschränkung der Arbeiterrechte.
3. Nationalsozialismus
Die Krise stürzte Deutschland in den 1930er Jahren in eine schwierige wirtschaftliche und soziale Lage. 1933 errichtete der nationalsozialistische Führer Adolf Hitler eine Diktatur und gründete das „Dritte Reich“. Das Regime war geprägt von Rassismus und fanatischem Antisemitismus.
- Innenpolitik: Kontrolle durch eine Parteipolizei (Gestapo) und Förderung einer hohen Geburtenrate.
- Außenpolitik: Bruch mit dem Versailler Vertrag und Streben nach Pangermanismus.
- Wirtschaft: Politik der Autarkie durch Investitionen in öffentliche Bauprojekte.