Die Macht des Werbeslogans: Rhetorik und Psychologie
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Die Bedeutung des Slogans in der Werbung
Das Erste, was wir beim Thema Slogan hervorheben müssen, ist die Existenz zahlreicher Werke, die sich speziell mit dem Studium des Slogans befassen. Er ist eine sich wiederholende Formel, die in der Regel die meisten Anzeigen begleitet und eine der Säulen einer Kampagne darstellt – im Gegensatz zu dem, was oft in der allgemeinen Literatur über Werbung und Kommunikation geschieht. Um die Grundlagen dieser Technik zu erlernen, ist es notwendig, Zuflucht bei der klassischen Rhetorik zu suchen. Für Aristoteles bestand die Aufgabe der Rhetorik nicht primär darin, zu überzeugen, sondern in jedem Fall das geeignetste Mittel zur Überzeugung zu erkennen.
Die fünf Säulen der klassischen Rhetorik
Es gibt fünf Teile der klassischen Rhetorik, die auch in der modernen Werbung Anwendung finden:
- Inventio: Entdeckung von Ideen und Argumenten.
- Dispositio: Anordnung und Verteilung dieser Ideen.
- Elocutio: Sprachliche Gestaltung durch die Wahl von Wörtern und Sätzen.
- Memoria: Einprägen der Ideen und Worte im Gedächtnis.
- Pronuntiatio: Regulierung von Stimme, Gestik und Intonation beim Vortrag.
In der Werbewelt werden diese Prinzipien mal bewusst, mal willkürlich übernommen. Ein Spezialist für öffentliche Rede versucht, die Köpfe potenzieller Käufer oder Wähler zu beeinflussen – ein grundlegendes Ziel jeder Kampagne. Der Prozess der Erstellung einer Anzeige erfordert Vorarbeit: die Analyse des Produkts, des Firmennamens sowie der Konkurrenz. Bei der Förderung eines Objekts werden Attribute wie der Markenname, Informationen über Merkmale und deren Verbreitung berücksichtigt. Dies geschieht durch linguistische Beschreibungen oder ikonische Elemente, die oft miteinander verbunden werden. In der Rhetorik sind diese Aspekte als Inventio und Dispositio bekannt.
Stilmittel und die Inszenierung der Botschaft
Grundlegend sind auch Stilressourcen der Werbesprache wie Metaphern, Personifikationen, Lautmalerei, Wiederholungen und Übertreibungen. Diese werden klassisch als Elocutio bezeichnet. Letztlich ist die „Inszenierung“ der Botschaft (die Pronuntiatio oder Actio) entscheidend. Hierzu zählen nicht nur Gesten und der Tonfall der Akteure, sondern auch Verweise auf die Welt, in der der Körper als Zeichen fungiert.
Definition und Merkmale des Slogans
Der Slogan ist das Mittel, das als wichtigste Aufgabe die Überzeugung potenzieller Kunden von den Vorteilen eines Produkts übernimmt. Er ist eine kurze Formel, die sicherstellt, dass der Artikel leicht im Gedächtnis bleibt. Klassische Beispiele sind: „Aspirin – nur ein Aspirin“, „Sidra El Gaitero – weltberühmt“ oder „Braunkohle: Der Star der Wärme“. Für die Analyse dient der rhetorische Charakter als Element, das die Anzeige zusammenfasst und Originalität (Inventio), Organisation (Dispositio), markante Wortwahl (Elocutio) und Erinnerbarkeit (Memoria) kombiniert.
Etymologie und wissenschaftliche Einordnung
Das Wort „Slogan“ ist gälischen Ursprungs und bedeutete ursprünglich „Schlachtruf“. Mit der Zeit fand es Eingang in die kommerzielle Sprache. Im Französischen und Englischen wurde es teils abwertend als „Wortfalle“ betrachtet, da es eine formelhafte Zusammenfassung darstellt. Heute ist er ein wesentliches Element der Werbung. Einige Definitionen lauten:
- Das Wörterbuch definiert ihn als „kurze, originelle Formel für Werbung oder politische Propaganda“.
- Olivier Reboul warnt, dass ein Slogan grammatikalisch bestimmt sein muss: „Es ist ein Satz, der aus semantischer Sicht für sich selbst steht und wahr oder falsch sein kann.“ Er ergänzt, dass er bis auf ein einziges Wort reduziert werden kann.
- Lluís Bassat vergleicht den Werbeslogan mit einer Opern-Arie: „Kurz und unvergesslich, tief und hell, einfach und einzigartig, leistungsfähig, langlebig, glaubwürdig und relevant.“
Strategien für einen wirksamen Slogan
Die Hauptmerkmale eines Slogans sind neben Kürze und Prägnanz auch Originalität und Anziehungskraft. Martínez Ortega spricht von Assoziationsprozessen:
- Assoziation durch Ähnlichkeit: Ein Bild oder Satz evoziert bekannte Zustände.
- Assoziation durch Kontrast: Das Element erinnert an einen gegensätzlichen Bewusstseinszustand.
Kriterien für die Erinnerbarkeit
a) Verständnis erleichtern
Ein Slogan muss unabhängig vom Medium (Radio, TV, Plakat) verständlich sein und auf das soziale Umfeld reagieren. Bassat klassifiziert Slogans nach der Markenintegration:
- Die Marke ist das Ergebnis der Worte: „Pim, pam, Fogo“.
- Die Marke reimt sich: „Wie schön, wie schön, Isabel heute zu essen.“
- Die Marke steht am Ende: „Schauen Sie auf die Nudeln mit Pastas Gallo.“
b) Kürze
Ein Slogan wirkt besser, je weniger Wörter er hat. Beispiele: „Großartig!“ (1 Wort), „Die Erfahrung“ (2 Wörter), „Genial einfach. Einfach genial.“ (4 Wörter). Studien zeigen, dass spanische Slogans im Durchschnitt 5,16 Wörter umfassen.
c) Prägnanz
Prägnanz bedeutet, irrelevante Begriffe zu vermeiden. Es dominieren „Vollwörter“ (Verben, Substantive, Adjektive) gegenüber „Leerwörtern“ (Artikel, Präpositionen). Ein Beispiel ist: „Wir halten es echt“.
d) Attraktivität
Emotionale Gefühle und eindrucksvolle Bilder verstärken das Gedächtnis. Slogans können durch Überraschung („Plastik war noch nie so einfach“), Appell an den Verbraucher („Ein Deo, das dich nicht verlässt“) oder Originalität („Heute fühle ich mich FLEX“) wirken.
Überzeugungsarbeit durch Rhetorik
Überzeugen und Bewegen sind die rhetorischen Funktionen des Slogans. Die moderne Werbeforschung unterscheidet:
Rationale Überzeugung
Nach Aristoteles ist Überzeugung eine Art Demonstration. Man nutzt Argumente oder Gründe. Die bevorzugte Form im Slogan ist das Enthymem, eine Schlussfolgerung von einem allgemeinen Prinzip auf einen spezifischen Fall.
Emotionale Überzeugung
Neben Fakten zählen subjektive Funktionen und der Appell an Gefühle. Der Empfänger soll sich als Teil der Situation fühlen (Klima von Abenteuer, Erfolg oder Ruhe). Dies wird erreicht durch:
- Imperative: „Nimm süßes NATR.“
- Direkte Ansprache: „Immer in Ihrer Nähe.“
- Wir-Form: „Wir bewegen die Welt.“
Slogans reagieren auf kollektive Bedürfnisse. In der Konsumgesellschaft werden oft nicht Produkte, sondern Werte verkauft: „Keine Zigaretten, sondern Frische; keine Zahnpasta, sondern Verführung; keine Autos, sondern Prestige.“