Werte, Normen und moralische Entwicklung verstehen

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Werte: Warum wir Entscheidungen treffen

Wir treffen ständig Entscheidungen. Die Frage ist: Warum wählen wir, was wir wählen? Wir handeln so, wie wir es tun, weil wir glauben, dass es besser, bequemer oder wertvoller ist, oder weil wir uns dabei wohlfühlen.

Beispiel: Eine Person entscheidet sich für den Besuch eines Kurses, weil sie glaubt, es sei besser, als abgelenkt zu werden, oder jemand ist ehrlich, weil er die Wahrheit höher bewertet als eine Lüge. Jeder Mensch bewertet – bewusst oder unbewusst – die Folgen, und unsere Auswahl wird von diesen Bewertungen geleitet.

Werte sind Eigenschaften, die Dinge in ihrer Beziehung zum Menschen haben. Sie existieren nur für den Menschen und sind Ziele, da sie zur subjektiven Wirklichkeit gehören.

Arten von Werten

  • Praktische Werte: Objekte besitzen Eigenschaften, die Bedürfnisse erfüllen.
  • Angenehme Werte: Eigenschaften, die bestimmte Realitäten genießbar machen.
  • Ästhetische Werte: Eigenschaften, die in bestimmten Situationen Emotionen auslösen.

Moralische Werte

Moralische Werte leiten uns und definieren die Qualität der Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Umwelt. Sie sagen uns, was am günstigsten oder besser ist. Dies ist eine rein menschliche Eigenschaft.

Manchmal geraten die Werte einer Person in Konflikt. Wir versuchen dann, die wertvollste Wahl zu treffen. Um die moralischen Werte einer Person zu verstehen, müssen wir ihr Leben und ihre häufigsten Entscheidungen analysieren. Oft klaffen behauptete Werte und tatsächliches Verhalten auseinander.

Normen: Regeln für das Zusammenleben

Eine Norm ist eine Regel, die als Leitfaden für ein bestimmtes Handeln dient. Sie gibt vor, wie sich Menschen verhalten sollten.

Arten von Normen

  • Etikette: Zum Beispiel Platz machen für ältere Menschen.
  • Verkehrsregeln: Zum Beispiel das Rechtsfahrgebot.
  • Gesellschaftliche Normen: Zum Beispiel Pünktlichkeit.
  • Gesetzliche Bestimmungen: Zum Beispiel die Steuerpflicht.

Moralische Normen

Moralische Normen sagen uns, was wir tun sollten. Sie zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:

  • Autoobligación (Selbstverpflichtung): Die innere Verpflichtung, aus Selbstachtung zu handeln.
  • Unbedingtheit: Moralische Standards entstehen aus Werten, die zwischenmenschliche Beziehungen erstrebenswert machen.
  • Universalität: Verhaltensweisen, die jeder Mensch ausführen kann und sollte.

Stufen der moralischen Entwicklung

Die Entwicklung unterscheidet sich in zwei Phasen: heteronom (fremdbestimmt) und autonom (selbstbestimmt). Sie hängt von der moralischen Reife, der Intelligenz und dem Einfluss der Umwelt ab.

1. Präkonventionelle Ebene

Moralische Fragen werden aus der Perspektive eigener Interessen betrachtet. Dies ist die unterste Stufe.

  • Stufe der Strafe und des Gehorsams: Anpassung an Regeln, um Strafe zu vermeiden.
  • Stufe des Austauschs: Zwischenmenschliche Beziehungen basieren auf Handel.

2. Konventionelle Ebene

Die Perspektive der sozialen Ordnung steht im Vordergrund. Etwas ist gut, wenn es den Regeln und Gepflogenheiten der Gemeinschaft entspricht.

  • Stufe der interpersonellen Konformität: Anpassung an Erwartungen.
  • Stufe des sozialen Systems: Erfüllung sozialer Verpflichtungen.

3. Postkonventionelle Ebene

Die Person unterscheidet zwischen gesellschaftlichen Regeln und universellen moralischen Prinzipien.

  • Stufe der Rechte und des Nutzens: Was gut ist, definiert sich über gesellschaftlich anerkannte Rechte.
  • Stufe universeller ethischer Prinzipien: Was gut ist, basiert auf Prinzipien, die für alle Menschen gelten.

Dieses Niveau ist schwer zu erreichen. Obwohl es in der späten Adoleszenz beginnt, erreichen viele Erwachsene diese Stufe nicht vollständig.

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