Westgotische und Asturische Kunst: Ein Überblick
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Westgotische Kunst
Die westgotische Kunst zeichnet sich durch ihre eigene Interpretation architektonischer Formen aus. Ein charakteristisches Merkmal ist der Hufeisenbogen, der in fast allen Konstruktionen verwendet wird. Dieser Bogen östlichen Ursprungs ähnelt einem Kreis, dem ein Drittel fehlt.
Wichtige Bauwerke und Merkmale
- San Juan de Baños: Eine der bedeutendsten westgotischen Kirchen mit drei rechteckigen Apsiden.
- San Pedro de la Nave (Zamora): Ein kreuzförmiger Bau, der in ein Rechteck eingeschrieben ist. Er verfügt über zwei isolierte Kammern, die als Sakristei dienten, und ist aus Quadersteinen errichtet.
- Grundrisse: Man unterscheidet zwischen dem lateinischen Kreuz (längere Anlage) und dem griechischen Kreuz (gleich lange Arme).
- Ikonografie: Die Kapitelle von San Pedro de la Nave zeigen kunstvolle Darstellungen und aufwendige Steinmetzarbeiten.
Zudem gab es oft ein Ambulatorium, das es Pilgern ermöglichte, den Altar zu umrunden.
Asturische Kunst
Die asturische Kunst unterscheidet sich deutlich von der westgotischen. Zu den Neuerungen gehören die Verwendung von Quadersteinen und Ziegeln sowie der Verzicht auf den klassischen Hufeisenbogen zugunsten des überhöhten Bogens (ein Bogen, dessen Krümmung oberhalb der Kämpferlinie beginnt und größer als ein Halbkreis ist).
Bedeutende Bauwerke
- San Julián de los Prados: Eine Basilika mit drei Schiffen und drei Apsiden. Das Innere ist mit Fresken geschmückt, die Mosaike imitieren.
- Santa Maria del Naranco: Ein zweigeschossiger Bau mit Tonnengewölbe, Doppel-Treppe und schweren Quadersteinen. Typisch sind die seilartigen Verzierungen an den Säulen.
- S. Miguel de Lillo: Ein Bau im Ramirense-Stil mit drei Apsiden und reichhaltigen Ornamenten, die byzantinische Szenen und westgotische Einflüsse zeigen.
- Santa Cristina de Lena: Bekannt für ihre Ikonostase, die den Bereich der Gläubigen von dem des Priesters trennt.
Die asturische Architektur nutzt zudem Querrippen zur Stützung der Gewölbe. Die Kapitelle sind oft als umgekehrte Pyramiden gestaltet und mit Seilmotiven verziert.