Der Wettlauf um Afrika und die Berliner Konferenz
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Der Wettlauf um Afrika begann mit dem wachsenden Interesse europäischer Mächte an der Erschließung des Kontinents. Was einst als kleine Handelsstützpunkte (Faktoreien) begann, entwickelte sich schnell zu einem intensiven kolonialen Wettbewerb.
Die imperialen Projekte
- Großbritannien: Verfolgte das Ziel einer Nord-Süd-Verbindung durch eine transkontinentale Eisenbahn, um die westliche Fassade und mineralreiche, strategisch wichtige Gebiete zu dominieren.
- Frankreich: Strebte eine Ost-West-Verbindung vom Atlantik bis zum Roten Meer an.
- Belgien: Sicherte sich den Kongo.
- Deutschland: Erwarb Gebiete in Ost- und Südwestafrika.
Die Berliner Konferenz (1884/1885)
Um die Spannungen zwischen den europäischen Mächten zu entschärfen, berief Otto von Bismarck die Berliner Konferenz ein. 14 europäische Länder einigten sich auf folgende Punkte:
- Freie Schifffahrt auf den Flüssen Niger und Kongo.
- Das Prinzip der effektiven Okkupation: Ein Land hat Anspruch auf ein unerforschtes Küstengebiet, sobald es dort eine anerkannte Grenze etabliert.
- Der Kongo wurde Belgien zugesprochen (gekennzeichnet durch die grausame Ausbeutung der einheimischen Arbeiter).
- Aufteilung der Gebiete zwischen Frankreich, Deutschland und anderen Mächten.
Folgen des Kolonialismus
Die territoriale Aufteilung führte zu einer massiven Verschärfung der Konkurrenz zwischen den europäischen Staaten, was in eine Phase des „bewaffneten Friedens“ mündete. Es kam zu zahlreichen lokalen Konflikten:
- Frankreich vs. Deutschland: Streit um Gebiete.
- Großbritannien vs. Frankreich: Faschoda-Krise.
- Frankreich vs. Italien: Konflikt um Tunesien.
- Russland vs. Großbritannien: Interessenkonflikte in Asien.
- Russland vs. Österreich-Ungarn: Spannungen auf dem Balkan.
Bündnissysteme
Zur Lösung und Kontrolle dieser Konflikte entstanden drei große Bündnisse:
- Triple-Allianz: Deutschland, Italien, Österreich-Ungarn.
- Entente Cordiale: Frankreich und Großbritannien.
- Triple Entente: Frankreich, Großbritannien und Russland.
Auswirkungen auf die indigene Bevölkerung
Der Prozess der Landnahme führte zur systematischen Enteignung der indigenen Bevölkerung. Die Europäer etablierten ein neues kulturelles System, bauten Infrastrukturen auf und zwangen den Einheimischen eine kapitalistische Wirtschaftsweise sowie ihre Religion auf. Dies zerstörte das soziale Gleichgewicht, veränderte die Sozialstruktur grundlegend und führte zu einer erzwungenen Akkulturation.