Die wichtigsten Schriften von Simón Bolívar

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Manifest von Cartagena (15. Dezember 1812)

Das Manifest von Cartagena ist das erste bedeutende Dokument Bolívars. Es wurde geschrieben, als er Ende zwanzig war, und offenbart eine greifbare Qualität, die für den späteren Staatsmann bemerkenswert war. Er analysiert darin die Ursachen für den Zusammenbruch der Ersten Republik und schlägt eine Strategie vor, die für den Angriff, der sich in der Zweiten Republik nach dem Epos der Campaña Admirable (Wunderbare Kampagne) kristallisierte, wesentlich schien.

Brief aus Jamaika (6. September 1815)

In diesem Dokument zeigt sich die durchdringende Intelligenz Bolívars, die prophetische Gaben offenbart. Dabei ist er kein Magier oder Zauberer, sondern ein präziser politischer Geist, der mit Ausgewogenheit die Zukunft basierend auf Daten der Gegenwart vorhersieht. Bolívar antwortet darin Mr. Henry Cullen, einem guten Freund, der daran interessiert war, die historischen Ursachen für das Unglück Amerikas zu erfahren. Bemerkenswert ist, dass Bolívar dieses Werk in Kingston schrieb, ohne Konsultationen und ohne den Süden bereits durchquert zu haben. Trotz solcher Lücken wagte er Vorhersagen, die sich mit erstaunlicher Genauigkeit erfüllten.

Bolívar ist ein Historiker der Zukunft oder ein Denker der Geschichtsentwicklung, was man als Historiosophie bezeichnen kann. Er sah voraus, dass das spanisch-amerikanische Reich in fünfzehn oder mehr unabhängige Republiken aufgeteilt werden würde. Er prognostizierte, dass Mexiko eine Republik sein würde, die bei weiser Führung Bestand hat, oder andernfalls eine Monarchie, unterstützt durch das Militär oder die aristokratische Partei, hervorbringen könnte.

Rede von Angostura (15. Februar 1819)

Dies ist das Hauptinstrument der bolivarischen Schriften. Verfasst unter den Gefahren der Feldzüge, hielt er an seinen abstrakten Konzepten unter verschiedensten Umständen fest. Bolívar konnte sich selbst im tragischen Getümmel der Schlachten oder in festlichen Momenten auf seine geistige Arbeit konzentrieren; nichts störte ihn dabei. Die Rede von Angostura entstand, als die Republik in ihrer dritten und letzten Phase wiederhergestellt wurde.

Struktur dieses vorbildlichen Stücks:

  • I. Einleitung: Die Rückgabe der Macht an das Volk.
  • II. Prüfung: Analyse der kritischen Zeit, in der er lebt.
  • III. Verfassungsentwurf: Bolívar nutzt sein Wissen über Gesellschaft, Recht, Politik und Geschichte sowie Soziologie und Philosophie, um seine Bemerkungen zu stützen.
  • IV. Rechenschaftsbericht: Ein synthetischer Bericht des bisherigen Verfahrens, zusammengefasst unter vier Überschriften: die Abschaffung der Sklaverei, die Landverteilung, die Stiftung des Ordens der Befreier und die Ratifizierung der Entscheidung „Sieg oder Tod“.
  • V. Empfehlung: Eine nachdrückliche Empfehlung zur Staatsverschuldung und ein begeisterter Ausblick auf Gran Colombia.

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