Wirtschaft und Gesellschaft im 17. Jahrhundert
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Wirtschaft und soziale Veränderungen im 17. Jahrhundert
Das 17. Jahrhundert war eine Zeit des wirtschaftlichen Abschwungs, wobei die Auswirkungen regional sehr unterschiedlich ausfielen.
Wirtschaftliche Entwicklungen in Europa
Die Konzepte der Staaten unterschieden sich stark:
- Spanien: Stützte seinen Erfolg auf das aus Amerika importierte Gold.
- Niederlande: Ein einzigartiges Land, das durch Landgewinnung und Handel florierte.
- England: Der Wohlstand basierte auf Handel und industrieller Produktion.
Ab 1620 stieg die Wirtschaft zunächst an, doch ab 1650 begann ein Niedergang, der zwischen 1660 und 1680 seinen Tiefpunkt erreichte, da die ländlichen Einkommen sanken.
Krisenfaktoren und demografische Auswirkungen
Die Krise wurde durch mehrere Faktoren verschärft:
- Landwirtschaft: Brachliegende Flächen und mangelnde Investitionen durch den Adel, der keine Kredite vergab.
- Gesundheit: Epidemien breiteten sich aufgrund ignorierter Hygienevorschriften aus.
- Politik und Klima: Dürreperioden, schlechte Regierungsführung und Kriege führten zu steigenden Steuern.
In Spanien und Frankreich sank die Lebensqualität drastisch. Das aus Amerika importierte Gold floss in den Luxuskonsum des Adels und wanderte in den Osten ab. Zudem erschöpften sich die Minen, was den Niedergang weiter beschleunigte. Die demografischen Folgen (Kriege, Hungersnöte) waren besonders in Italien und Spanien bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts gravierend.
Ursprünge des Kapitalismus
Trotz der Krise entwickelten sich neue wirtschaftliche Systeme:
- Protestantismus und Individualismus: Max Weber betonte die Rolle des protestantischen Individualismus, der es dem Einzelnen ermöglichte, sein Leben selbst zu gestalten.
- Calvinismus: Arbeitsethik und wirtschaftlicher Erfolg wurden als Zeichen göttlicher Anerkennung gedeutet, was eine fleißige Gesellschaft schuf.
Merkmale des Kapitalismus
- Rationalisierung und Steigerung der wirtschaftlichen Aktivität.
- Verherrlichung des Individualismus.
- Orientierung und Legitimation.
- Vollständige Autonomie des moralischen Ziels.
Merkantilismus vs. Kapitalismus
Während der Kapitalismus auf die Produktion von Reichtum fokussiert ist, strebt der Merkantilismus eine aktive Handelsbilanz unter staatlicher Führung an. Der Staat fördert Unternehmen, gründet königliche Fabriken, Werften und Gießereien, um Importe zu verringern und den Handel zu regulieren.
Regionale Ausprägungen
- Niederlande: Gründung der Ostindien-Kompanie (1602) und der Westindien-Kompanie (1621).
- England: Gründung der East India Company für den Asienhandel; Puritaner wanderten nach Amerika aus.
- Frankreich: Unter Colbert Fokus auf den Handel mit Nordamerika (Kanada, Mississippi).
Soziale Transformationen
Die Gesellschaft wandelte sich grundlegend:
- Adel und Bürgertum: Adlige durften nun Handel treiben, was zu einer Kritik an alten Institutionen führte. Es kam zu gemischten Ehen und einem Aufstieg des Bürgertums.
- Gesellschaftsstruktur: Die moderne Klassengesellschaft entstand. Der Hochadel verlor an Bedeutung, während die Verwaltungsbourgeoisie wuchs.
- Soziale Lage: Die Bauernschaft blieb in schlechten Bedingungen, während die Zahl der städtischen Arbeiter und der Pauperismus zunahmen. Humanistische Prinzipien schwanden, und Gewalt unter Adligen nahm zu.