Wirtschaft und Gesellschaft in Al-Andalus

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Wirtschaftliche und soziale Organisation in Al-Andalus

In Al-Andalus blieb die Landwirtschaft die wirtschaftliche Grundlage, wobei bedeutende Verbesserungen eingeführt wurden. Die Entwicklung der Bewässerung schritt voran; es wurden Bewässerungsgräben und Brunnen genutzt sowie neue Kulturen wie Zitrusfrüchte, Reis und Zuckerrohr eingeführt. Die Eigentümerstruktur blieb weitgehend unverändert, und es gab viele Großgrundbesitze, von denen jedoch nach der Eroberung viele den Besitzer wechselten.

Städtische Neubelebung und Struktur

Unter den Muslimen kam es zu einer Neubelebung des städtischen Lebens, was zum Wachstum großer Städte führte. Die islamische Stadt war in mehrere Bereiche gegliedert:

  • Medina: Das Zentrum und der Kern der Stadt, in dem sich die Hauptmoschee und ein Souk (Markt) befanden.
  • Alcaicería und Alhóndigas: Staatliche Seidenmärkte sowie Warenlager.
  • Wohngebiete: Ein zweiter Ring, der die zentralen Bereiche umschloss.
  • Vororte: Stadtteile, die an die Stadtmauern grenzten oder außerhalb lagen. Sie spiegelten die Struktur der Medina mit eigenen Souks, Handwerksbetrieben und Moscheen wider.

Handwerk und Handel

Das Handwerk entwickelte sich stark. Der bedeutendste Sektor war die Textilherstellung (Brokat, Seide, Wolle, Baumwolle und Leinen). Ebenfalls hervorzuheben sind die Lederverarbeitung, Keramik, Glaskunst und die Einführung der Papierherstellung. Der Handel war sehr intensiv, da die Muslime den südlichen Teil des Mittelmeerraums kontrollierten. Die Kontrolle über den Goldhandel aus dem Sudan ermöglichte zudem eine entwickelte Geldwirtschaft.

Die gesellschaftliche Gliederung

Die Gesellschaft von Al-Andalus war in zwei Hauptkategorien unterteilt: Muslime und Nicht-Muslime.

Die Gruppe der Muslime

  • Arabische Aristokratie: Zusammen mit den Syrern besetzten sie die fruchtbarsten Ländereien.
  • Berber: Muslime aus Nordafrika, die erst kürzlich islamisiert worden waren. Sie siedelten auf kargeren Böden und widmeten sich der Weidewirtschaft.
  • Muladíes: Einheimische Hispano-Romanen, die zum Islam konvertierten, um der Tributpflicht zu entgehen und sich sozial zu integrieren.

Nicht-Muslime und Sklaven

Zu den Nicht-Muslimen gehörten Juden und Mozaraber. Zudem gab es Sklaven, wobei zwischen slawischen Sklaven und schwarzen Sklaven sudanesischen Ursprungs unterschieden wurde, die häufig im Haushalt eingesetzt wurden.

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