Wirtschaftliche Konvergenz und EU-Erweiterung erklärt

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Wirtschaftliche Konvergenz

Eines der wichtigsten Ziele, die im Vertrag von Maastricht formuliert wurden, war die wirtschaftliche Integration der EU-Mitgliedstaaten. Dies implizierte die Einführung einer einheitlichen Wirtschaftspolitik sowie einer gemeinsamen Währung. Zur Vorbereitung auf die Gründung der Europäischen Zentralbank (EZB) wurde das Europäische Währungsinstitut (EWI) geschaffen. In den frühen Phasen des Prozesses diente die ECU als Währungseinheit, kam jedoch nie als physisches Zahlungsmittel in Umlauf.

Ein Ziel von solch großer Tragweite ist jedoch nicht leicht zu erreichen. Um eine wirtschaftliche Angleichung zu gewährleisten, müssen die Mitgliedstaaten ähnliche Rahmenbedingungen erfüllen. Als entscheidende Indikatoren gelten hierbei:

  • Arbeitslosenquote: Anteil der Erwerbslosen an der Gesamtzahl der Erwerbspersonen.
  • Inflationsrate: Prozentuale Preissteigerung innerhalb eines Jahres.
  • Haushaltsdefizit: Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben der öffentlichen Hand.
  • Öffentliche Verschuldung: Gesamthöhe der staatlichen Schulden.

Diese Faktoren verdeutlichen, dass die Volkswirtschaften der einzelnen Staaten unterschiedlich entwickelt sind. Es besteht die Gefahr eines „Europa der zwei Geschwindigkeiten“: ein Kern aus Ländern mit einer stabilen, entwickelten Wirtschaft und eine weitere Gruppe mit schwächeren Wirtschaftsstrukturen.

EU-Erweiterungsprozess

Im Rahmen der Agenda 2000 trafen sich die Vertreter der 15 Mitgliedstaaten in Nizza und Kopenhagen, um über die Erweiterung und die politische Neuorganisation der Europäischen Union zu verhandeln. Auf dem Kopenhagener Gipfel wurde der Beitritt von Polen, Ungarn, der Slowakischen Republik, Estland, Litauen, Lettland, Zypern und Malta beschlossen.

Zudem wurde festgelegt, dass Bulgarien und Rumänien aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation erst im Jahr 2007 beitreten sollten. Diese neuen Mitglieder mussten nach ihrem Beitritt noch einige Jahre warten, bis sie den Euro einführen konnten, um die Euro-Zone schrittweise zu erweitern. Mit der Erweiterung auf 27 Mitglieder stieg die Zahl der Abgeordneten im Europäischen Parlament von 626 auf 738 an.

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