Wirtschaftsentwicklung: Peripherie, Sowjetunion und Lateinamerika

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Die Auflösung in Mittel- und Osteuropa

Die wirtschaftliche Instabilität in Mittel- und Osteuropa war eine direkte Folge der Kriegskrise. Viele Staaten entschieden sich für eine nationalistische Strategie, die auf wirtschaftliche Unabhängigkeit und die Stärkung der nationalen Produktion abzielte.

Im industriellen Bereich

Die sogenannte „Politik der Importsubstitution“ sollte die nationale Industrie fördern, wobei komparative Vorteile des internationalen Marktes bewusst aufgegeben wurden. Dies beinhaltete den Aufbau industrieller Komplexe für Konsumgüter, die teils staatlich finanziert wurden und teils von niedrigen Eigenkapitalanforderungen profitierten. Um die Produktion zu schützen, wurde ein starker Protektionismus gegenüber dem Ausland eingeführt. Die Ergebnisse dieser Politik waren jedoch hohe Kosten und steigende Preise, während die technologische Abhängigkeit trotz des Strebens nach Unabhängigkeit bestehen blieb.

Im Agrarsektor

Statt grundlegender Reformprozesse wurden staatlich gelenkte Maßnahmen ergriffen, die eine anti-oligarchische Natur hatten und sich in der Landverteilung an Bauern widerspiegelten. Das Ergebnis war ein dualistischer Agrarsektor: Ein Teil war auf den Export ausgerichtet und finanzierte die Industriepolitik, während der andere Teil die Binnennachfrage bediente. Da das Angebot international nicht konkurrenzfähig war, führte dies zu einer Landflucht und zunehmender Unterbeschäftigung.

Die Demografie

Das Bevölkerungswachstum verschärfte die wirtschaftliche Lage, da das „Ventil“ der Auswanderung wegfiel. Dies führte zu einem gesättigten Arbeitsmarkt, steigender Arbeitslosigkeit und sinkenden Rücküberweisungen.

Die sowjetische Erfahrung

Im Gegensatz dazu entwickelte sich die sowjetische Wirtschaft dynamisch. Bis zum Vorabend des Ersten Weltkriegs stieg Russland zur fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt auf (1914). Die Struktur war jedoch von einem Dualismus geprägt: einer rückständigen Landwirtschaft und einer modernen kapitalistischen Industrie. Der Krieg offenbarte eine enorme wirtschaftliche Fragilität, bei der hoch entwickelte Waffen neben weit verbreitetem Hunger existierten.

Die bürgerliche Revolution vom Februar 1917 konnte die Forderungen des Volkes nach einem Ende des Krieges und sozialen Reformen nicht erfüllen. Dies führte zum Sturz der Regierung und zur Errichtung des ersten sozialistischen Staates im Oktober 1917.

Phasen der sowjetischen Wirtschaft

  • I. Kriegskommunismus: Verstaatlichung der gesamten Wirtschaft und zentrale Planung. Der Bürgerkrieg verhinderte jedoch eine langfristige Planung.
  • II. Neue Ökonomische Politik (NÖP): Eine Phase der Belebung, die Handwerk, Handel und Landwirtschaft teilweise privatisierte. Der Staat behielt die Kontrolle über Außenhandel, Schwerindustrie und Banken. Später wurde diese Phase als Bedrohung angesehen und durch eine Rückkehr zum orthodoxen Kommunismus unter der Leitung der Gosplan ersetzt.
  • III. Fünfjahrespläne: Ab 1928 wurde eine Zwangskollektivierung der Landwirtschaft eingeleitet, um Kapital für die Schwerindustrie zu akkumulieren. Die Pläne fokussierten sich auf Großprojekte und die Qualifizierung der Arbeitskräfte, wurden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen.

Expansion und Krise der überseeischen Wirtschaft

Die lateinamerikanische Wirtschaft erlebte während der Kriegszeit bedeutende Veränderungen.

a) Finanzen

Es kam zu einer Verschiebung: Britische Investitionen wurden zunehmend durch US-amerikanisches Kapital ersetzt. Während ausländisches Kapital in Handel und Verkehr dominierte, investierten die USA verstärkt in die Produktion von Rohstoffen (Öl, Kupfer, Bananen). Dies schwächte die lokale Oligarchie und machte den Staat zunehmend zu einem Instrument ausländischen Kapitals.

b) Produktion

Während die Rohstoffproduktion florierte, litt die Lebensmittelproduktion unter sinkenden Preisen. Die Industrie konzentrierte sich auf Konsumgüter unter hohem Schutz. Ab 1925 gerieten diese Länder unter Druck der USA, ihre Märkte zu liberalisieren, um als Absatzmarkt für US-Produkte zu dienen" }

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