Wirtschaftsgeschichte Spaniens: Protektionismus
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Liberalismus und Protektionismus in Spanien
Dieser Text wurde von Federico Etxebarria, einem baskischen Industriellen, am 9. Dezember 1893 verfasst. In dem Text sprach er sich zugunsten des Protektionismus aus, da auf diese Weise die spanische Industrie nicht der ausländischen Konkurrenz ausgesetzt wäre.
Die Restauration der Monarchie
Mit der Restauration kehrte die Monarchie nach Spanien zurück. Die Regierung wechselte in einem Turnus zwischen den Konservativen und den Liberalen. Die Bürger konnten sich nicht an der Regierung beteiligen, da nur diese beiden Parteien zugelassen waren.
Agrarstruktur und wirtschaftliche Rückständigkeit
In dieser Zeit basierte die Wirtschaft des Landes vor allem auf der Landwirtschaft, die jedoch zu traditionell und nicht mechanisiert war. Der Großteil des Landes war Eigentum der Kirche (aufgrund der sogenannten Toten Hand). Bürger hinterließen ihr Land der Kirche in ihrem Testament, woraufhin es nicht mehr verkauft werden konnte, ebenso wie das Señorío. Infolgedessen blieben viele Bauern landlos. Um dieses Problem zu lösen, führten die Progressiven die Desamortisation (Enteignung) durch. Dies erwies sich jedoch nicht als gute Idee, da reiche Leute weiterhin die dominierenden Grundbesitzer blieben.
Industrielle Entwicklung und Zölle
Was die Industrie betrifft, gab es nur wenige Fabriken, die lokal konzentriert waren: Textilien in Katalonien und Eisen im Baskenland. Die Industrie profitierte vom Protektionismus durch Zölle auf ausländische Produkte. Aus diesem Grund war der Binnenmarkt für das eigene Land reserviert, und das Ausland stand nicht im Wettbewerb mit der spanischen Wirtschaft. Dies war jedoch nicht nur vorteilhaft für Spanien: Da die Produzenten sicher waren, ihre Waren zu verkaufen, und es keine Mitbewerber gab, versuchten sie nicht, die Produktion zu verbessern oder Innovationen einzuführen. Dies führte zu einer wirtschaftlichen Rückständigkeit.
Handel und internationale Beziehungen
Die baskische Eisenindustrie trieb Handel mit England und exportierte Eisen, während Kohle von dort importiert wurde, da die Kohle in Asturien schwer zu fördern war.
Der Vertrag mit Deutschland
Spanien schloss ein Abkommen mit Deutschland ab. Dadurch musste Deutschland keine Gebühren zahlen, um seine Produkte nach Spanien einzuführen, was eine enorme Konkurrenz für die spanische Wirtschaft darstellte. Deutschland besaß eine bedeutende Eisenindustrie mit modernen Fabriken und hoher Produktivität, was für die Industrie im Baskenland nachteilig war. Viele Fabriken waren betroffen: Labe Garaiak, die Fabriken in Deusto, Aurrera, Zorrotza, Miraballes und natürlich auch zukünftige Industrieprojekte.
Forderungen von Federico Etxebarria
Die Konkurrenz betraf nicht nur die Eisenindustrie, sondern alle Wirtschaftszweige in Spanien. Daher forderte Federico Etxebarria, die Tarife beizubehalten und den spanisch-deutschen Vertrag zu verhindern, was man als Protektionismus bezeichnen kann.
Modernisierung im 20. Jahrhundert
Neue Sektoren wie die Elektro- oder Chemieindustrie entwickelten sich. Die öffentlichen Finanzen wurden verbessert: Senkung der Zinsen, Erhöhung der Steuern und Kontrolle der Ausgaben. Nach dem Gesetz von 1899 begann die Bank von Spanien mit der Kontrolle der Geldemission, was zur Inflationskontrolle und zur Stabilisierung der Peseta führte. Neue Banken und Industrien entstanden durch Investitionen aus der Eisenindustrie. Der Wettbewerb mit den Deutschen trug letztlich dazu bei, die Industriebetriebe im Baskenland zu verbessern.
Erster Weltkrieg und Wirtschaftskrise
Dann kam der Erste Weltkrieg. Spanien blieb neutral, was für das Land von Vorteil war. Die kriegführenden Länder kauften Material aus Spanien, was zu einem Wirtschaftsaufschwung führte. Danach folgte jedoch eine Krise. Der Binnenmarkt konnte die Exporte nicht ersetzen, und viele Fabriken wurden geschlossen. Die Eisen- und Chemieindustrie modernisierte sich jedoch weiter, und Eisenbahnen sowie der Bergbau gingen durch den Rückzug ausländischen Kapitals in spanischen Besitz über. Die Krise dauerte bis 1924. Während der Diktatur von Primo de Rivera wurden hydrographische Verbände sowie CAMPSA und die Telefónica gegründet.