Wissenschaftliche Revolutionen des 15. bis 17. Jahrhunderts

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Wissenschaftliche Revolutionen (15. - 17. Jahrhundert)

Ursprung im Mittelalter: Kritik der scholastischen Auslegung

Es gab eine Rückbesinnung auf die Bedeutung von Platon und der Mathematik. Ein wichtiger Hintergrund war die Diskussion um Nikolaus von Kues, der die Unendlichkeit des Universums und die Begrenzung Gottes als Absolutes postulierte. Dies unterstützte die neuplatonischen Ideen des Heliozentrismus.

Kopernikus und die moderne Sicht auf das Universum

Kopernikus kombinierte alte und neue Elemente und führte zu einer modernen Vision des Universums. Es entstand ein neues Bild des Kosmos, das die alte geozentrische Sicht ablöste. Aus der Sicht des Heliozentrismus dachte man früher, dass die Bahnen kreisförmig seien.

Galileo und die empirische Wende

Die neue Sichtweise, die Galileo durch die Erfindung des Teleskops ermöglichte, zeigte, dass der Mond uneben ist und Sonnenflecken aufweist. Dies stellte die alte Vorstellung der extrinsischen und immateriellen Bewegung, wie sie von Ptolemäus und Aristoteles vertreten wurde, in Frage. Gegen die Vorstellung des unbewegten Erstbeweger trat die Neue Wissenschaft, die das Universum durch das neue Modell von Galileo erklärte.

Das neue wissenschaftliche Modell

Die Unendlichkeit des Universums wurde durch ein neues Modell erklärt, das auf den Ideen von Pythagoras und Platon basierte, welche organisch in die Modelle von Aristoteles integriert waren. Im Gegensatz dazu entstand das mechanistische Modell, das durch die neue Sichtweise der Uhrwerke inspiriert wurde. Demokrits Atomismus (S5 n. Chr.) wurde wieder aufgegriffen, da das Universum als eine Erweiterung der Bewegung betrachtet wurde.

Galileos wissenschaftliche Methodik

Galileo postulierte, dass die Ordnung der Wissenschaft in der Mathematik liegen müsse. Seine wissenschaftliche Methodik umfasste:

  • Beobachtung
  • Hypothesenformulierung
  • Ableitung von Konsequenzen aus der Hypothese
  • Experiment
  • Mathematische Verallgemeinerung oder Gesetz

Dies ist ein hypothetisch-deduktiver Ansatz, der rationale und empirische Elemente vereint.

Rationalismus im 17. Jahrhundert

Der Rationalismus entstand im 17. Jahrhundert in Frankreich und erreichte dort seinen Höhepunkt. Der Hauptvertreter des deduktiven Ansatzes war Descartes.

Hauptmerkmale des Rationalismus nach Descartes

  1. Volles Vertrauen in die menschliche Vernunft: Die Vernunft kann die Wahrheit erkennen. Descartes war auch ein großer Wissenschaftler, der Bücher veröffentlichte, die die Thesen von Galileo unterstützten.
  2. Zweifel als Methode: Descartes zweifelte an allem, was die Sinne ihm vermittelten, um zur Wahrheit zu gelangen. Er postulierte angeborene Ideen, auf denen er das gesamte System der Welt aufbaute.
  3. Suche nach einer neuen Methode: Das Modell dieser Methode ist die mathematische Methode, die auf a priori definierten Begriffen und notwendigen Axiomen (angeborenen Wahrheiten) basiert, aus denen ein vollständiges und geschlossenes philosophisches System abgeleitet werden kann.
  4. Subjektivität und Mechanismus: Descartes vertrat die Ansicht, dass die Wirklichkeit mechanistisch sei. Er trennte die menschliche Seele (denkende Substanz) ab, was ihn in Gefahr brachte, in den Solipsismus abzugleiten, da er nur sich selbst als erkennendes Subjekt kannte.

Folgen für die Philosophie

Das Erkenntnisproblem wurde zur zentralen Aufgabe der modernen Philosophie. Die Identitätsthese zwischen Vernunft und Realität erlaubte es Descartes, eine kartesische Metaphysik auf dem Begriff der Substanz aufzubauen.

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