Wohlfahrtsstaat, Neoliberalismus und globale Ölkrisen

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Der Wohlfahrtsstaat und der liberale Staat

Der Wohlfahrtsstaat: Hierbei werden erhebliche finanzielle Mittel aufgewendet, um soziale Vorteile zu sichern. Der Staat ist verantwortlich für Gesundheit, Bildung und Wohnen. Er greift in den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft ein, um sicherzustellen, dass soziale Leistungen für die vorgesehenen Empfänger bereitgestellt werden.

Der liberale Staat: Die Wirtschaft soll sich hier ohne staatliche Einmischung entfalten. Es wird davon ausgegangen, dass Arbeitnehmer ihre Arbeitsbedingungen direkt mit den Unternehmen aushandeln müssen, während in soziale Bereiche nicht investiert wird.

Globale Konflikte und die Entwicklung der Ölpreise

Der Iran-Irak-Krieg (1980–1988)

Zwischen 1980 und 1988 kam es zum Iran-Irak-Krieg. Die Ölpreise stiegen in dieser Zeit stark an, da beide Länder zu den größten Produzenten gehörten.

Der Golfkrieg (1991)

Der Golfkrieg ereignete sich im Jahr 1991 zwischen dem Irak und den USA, was den Preis für Erdöl massiv in die Höhe trieb.

Die US-Invasion im Irak (2003)

Die US-Invasion im Irak begann im Jahr 2003. Zwischen 2003 und 2008 verdreifachte sich der Ölpreis infolgedessen.

Die Verschuldung peripherer Länder

Periphere Länder wurden zu hochverschuldeten Staaten, da während der Ölkrise mit Öl viel Geld verdient und dieses in europäischen sowie US-amerikanischen Banken deponiert wurde. Da Unternehmen keine Kredite mehr aufnahmen, boten die Banken den ärmsten Ländern der Welt – vor allem in Lateinamerika – Kredite an. Diese wurden zwar angenommen, konnten aber letztlich nicht zurückgezahlt werden.

Kapitalistische Krisenbewältigung und der IWF

In Krisenzeiten sollten kapitalistische Länder Gesetze erlassen, damit der Staat nicht in die Wirtschaft eingreift. Soziale Unterstützung wurde gestrichen, während private Unternehmen gefördert wurden. Es wurden neue Technologien gefordert, um die Kommunikation zu erleichtern und die Kosten für Unternehmenskredite zu senken. Die verschuldeten Länder mussten zudem die vom IWF (Internationaler Währungsfonds) diktierten Normen erfüllen:

  • Ende staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft.
  • Mehr Geld sparen und weniger ausgeben.
  • Öffnung für den globalen Handel sowie Erlaubnis für den Ein- und Ausstieg von Kapital.
  • Privatisierung staatlicher Betriebe.
  • Keine Intervention in Arbeitsbeziehungen.

Neoliberalismus und Militärdiktatur in Argentinien

Der Übergang zum Neoliberalismus

In Argentinien vollzog sich ein Wandel von einem Wohlfahrtsstaat zu einem „fehlenden“ Staat. Die Industrieproduktion sank und Fabriken begannen zu schließen, wodurch viele Menschen ihre Arbeit verloren. Stattdessen verstärkten sich der Handel, die Primärtätigkeiten und der Bankensektor. Das Land lieh sich immer mehr Geld, bis es seine Schulden nicht mehr begleichen konnte.

Die Militärdiktatur (1976–1989)

Zwischen 1976 und 1989 beschloss der Staat das Ende der Industrialisierung, die auf dem inländischen Verbrauch beruhte. Die Wirtschaft wurde geöffnet und es wurde entschieden, dass Argentinien seine Basis auf der Produktion von Rohmaterialien erhalten sollte. Die getroffenen Maßnahmen waren:

  • Entmutigung von Branchen, die den inländischen Markt versorgten.
  • Förderung der Einfuhr von Industrieprodukten.
  • Kreditvereinbarungen zur Förderung der Erzeugung von Primärgütern.

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