World Economic Forum und die Bewegung für Globalisierung
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World Economic Forum (Davos-Forum)
Das World Economic Forum, auch bekannt als Forum von Davos, ist eine 1971 gegründete private Stiftung. Ihre Mission ist es, jährlich in Davos (Schweiz) führende Wirtschafts-, Staats- und Regierungschefs zu versammeln. Ab 1991 wandelte sich das Treffen zu einem Gipfel für politische Führungskräfte und die mächtigsten Unternehmer der Welt. Es gilt als eines der wichtigsten strategischen Zentren der Globalisierung mit Hauptsitz in Genf, das von der Schweizer Regierung überwacht wird.
Alternative Globalisierung
Hauptartikel: Anti-Globalisierungsbewegung
Diese Bewegung vertritt die Ansicht, dass Globalisierung als ein gesteuerter Prozess betrachtet werden kann, der von multinationalen Unternehmen (MNU) und der globalen Elite kontrolliert wird. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Gewerkschaften als globale Bewegung begriffen („Internationalisten“), und der 1. Mai wurde zum Tag der weltweiten Mobilisierung der Arbeiter. Im 20. Jahrhundert entstanden zahlreiche soziale Bewegungen mit globaler Reichweite: Menschenrechte, Feminismus, Verbraucherschutz, Umweltschutz, Pazifismus und die Hippie-Bewegung.
Ebenso entwickelten sich kulturelle Strömungen zu globalen Phänomenen: Impressionismus, Expressionismus, Dadaismus, Surrealismus, Rock and Roll, Punk, Rap sowie Kampfsportarten, Mode, neue Netzwerk-Spiele und die Popkultur. Auch Sportarten wie Surfen, Motorsport, Radfahren und Skateboarden sowie Graffiti (bekannt durch Künstler wie Banksy) dienen als Ausdrucksformen gegen den Kapitalismus.
Kritik an der „Corporate Globalisierung“
Mit Beginn der Globalisierung als historischem Prozess entstand eine kritische Betrachtung der sogenannten „Corporate Globalisierung“. Diese Bewegung ist heterogen und besteht aus Intellektuellen, politischen Organisationen, Gewerkschaften, Umweltschützern, Feministinnen, Indigenen, Bauern und Journalisten.
Ein Wendepunkt war der 30. November 1999, die sogenannte Schlacht von Seattle. Zehntausende Menschen, darunter eine Allianz aus Gewerkschaften und Umweltorganisationen, mobilisierten gegen die WTO unter dem Motto: „Wessen Straße? Unsere! Wer ist die Welt? Unsere!“
Das Weltsozialforum
Der repräsentativste Ausdruck dieser Bewegung ist das Weltsozialforum mit dem Motto: „Eine andere Welt ist möglich“. Zu den Unterstützern zählen Intellektuelle wie Noam Chomsky, Arundhati Roy, Nobelpreisträger wie José Saramago, Professoren wie Carlos Taibo und Thomas Ward, Journalisten wie Naomi Klein, Ignacio Ramonet oder Eduardo Galeano sowie Aktivisten wie Vandana Shiva, Subcomandante Marcos und José Bové.
Der Begriff „Anti-Globalisierung“ ist jedoch umstritten. Susan George betont: „Ich lehne den Begriff Anti-Globalisierung ab. Die Kämpfe finden zwischen denen statt, die eine umfassende Zusammenarbeit und Sicherheit wollen, und denen, die möchten, dass alle Entscheidungen vom Markt getroffen werden.“
Neoliberale Globalisierung
Laut Etxezarreta umfasst die neoliberale Globalisierung: Liberalisierung des Handels, Privatisierung öffentlicher Güter, Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und Deregulierung. Roberto Velasco, Professor für angewandte Wirtschaftswissenschaften, weist darauf hin, dass die Illusion einer sich selbst verwaltenden Weltwirtschaft zunehmend schwindet.
Forderungen der alternativen Bewegung
Alternative Bewegungen argumentieren, dass Globalisierung zum allgemeinen Nutzen führen kann, sofern folgende Punkte umgesetzt werden:
- Fairer Handel: Förderung der Industrialisierung in der Dritten Welt und Streichung der Auslandsschulden.
- Tobin-Steuer: Eine Steuer auf Finanztransaktionen zur Bekämpfung von Spekulation.
- Soziale Investitionen: Reduzierung von Militärausgaben und Bekämpfung von Steuerhinterziehung zur Finanzierung von Entwicklungshilfe (0,7%-Ziel der UNO).
- Freizügigkeit: Forderung nach gleicher Freiheit für Arbeitnehmer wie für Kapitalströme.
Globalisierung und IKT
Die Globalisierung ist ein Prozess verstärkter Kommunikation und gegenseitiger Abhängigkeit zwischen Ländern, Gesellschaften und Kulturen. In diesem Kontext spielt die technologische Entwicklung eine entscheidende Rolle. Die Einbeziehung von IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) ist heute ein wesentlicher Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit einer Nation im globalisierten System.