Zellzyklus, Mitose und Meiose einfach erklärt
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Der Zellzyklus
Der Zellzyklus beschreibt die Abfolge von Veränderungen einer Zelle von ihrer Entstehung bis zur Teilung in zwei Tochterzellen. Die Dauer hängt von der Zellart und den Umgebungsbedingungen ab. Er besteht aus zwei Hauptphasen:
- Interphase: Eine lange Anfangsphase, in der die Zelle wächst und ihre Funktionen erfüllt. Am Ende findet die DNA-Replikation statt.
- M-Phase (Mitosephase): Das Endstadium von kurzer Dauer, in dem der Zellkern verschwindet und die Chromosomen sichtbar werden. Sie umfasst die Kernteilung (Mitose) und die Teilung des Zytoplasmas (Zytokinese).
Zellteilung
In der M-Phase entstehen aus einer Mutterzelle zwei Tochterzellen mit der gleichen Anzahl an Chromosomen wie die Mutterzelle.
Mitose (Kernteilung)
Vor der Kernteilung wird die DNA verdoppelt. Zudem verdoppeln sich das Zentrosom und die Zentriolen (bei tierischen Zellen).
- Prophase: Das Chromatin kondensiert zu Chromosomen. Nucleolus und Kernmembran lösen sich auf, der Spindelapparat bildet sich.
- Metaphase: Die Chromosomen ordnen sich in der Äquatorialebene an und heften sich an die Spindelfasern.
- Anaphase: Die Schwesterchromatiden jedes Chromosoms trennen sich und werden zu den entgegengesetzten Polen der Zelle transportiert.
- Telophase: Der Nucleolus und die Kernmembran bilden sich neu. Der Spindelapparat verschwindet und die Chromosomen dekondensieren wieder zu Chromatin.
Zytokinese (Zytoplasmatische Teilung)
Nach der Mitose erfolgt die Teilung des Zytoplasmas und die Verteilung der Organellen:
- In tierischen Zellen: Die Zelle wird durch eine Einschnürung in der Äquatorialebene geteilt.
- In pflanzlichen Zellen: Es bildet sich ein Fragmoplast (Zellplatte) zwischen den Tochterzellen.
Meiose
Die Meiose ist eine Reduktionsteilung, bei der aus einer diploiden Stammzelle (2n) vier haploide Tochterzellen (n) mit der Hälfte des DNA-Gehalts entstehen. Sie findet in den Keimdrüsen zur Bildung von Gameten statt.
- Interphase: DNA-Replikation vor der ersten Reifeteilung.
- Prophase I: Chromosomen werden sichtbar, homologe Chromosomen paaren sich und tauschen DNA-Fragmente aus (Crossing-over).
- Metaphase I: Homologe Chromosomenpaare ordnen sich in der Äquatorialebene an.
- Anaphase I: Die homologen Chromosomen werden zu den entgegengesetzten Polen gezogen.
- Telophase I und Zytokinese: Es entstehen zwei haploide Tochterzellen.
- Prophase II bis Telophase II: Ähnlich der Mitose werden die Chromatiden getrennt, sodass am Ende vier genetisch verschiedene haploide Zellen vorliegen.
Vergleich: Mitose vs. Meiose
- Mitose: Findet in somatischen Zellen statt, ist ein kurzer Prozess, tritt in diploiden/haploiden Zellen auf, keine Rekombination, führt zu zwei identischen Tochterzellen.
- Meiose: Findet in Keimzellen statt, ist ein langer Prozess, tritt nur in diploiden Zellen auf, beinhaltet Crossing-over, führt zu vier genetisch verschiedenen haploiden Zellen.
Bedeutung von Mitose und Meiose
In vielzelligen Organismen ermöglicht die Mitose das Wachstum und die Erneuerung von Zellen. Bei Einzellern dient sie der ungeschlechtlichen Vermehrung. Die Meiose hingegen erzeugt haploide Gameten, sorgt für eine konstante Chromosomenzahl nach der Befruchtung und ermöglicht genetische Variabilität.