Der Zerfall des spanischen Kolonialreichs: Kuba und Philippinen

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Der Zerfall des spanischen Kolonialreichs

Während der Herrschaft von Ferdinand VII. wurde das spanische Reich unabhängig. Nur Kuba, Puerto Rico und die Philippinen blieben unter der Hoheit der spanischen Kolonialverwaltung. Diese Phase war von administrativen Problemen geprägt. Die Herrscher dieser Verwaltung sahen sich mit dem langen Krieg in Kuba (1868–1878) konfrontiert.

Die wirtschaftliche und soziale Lage in Kuba

Kuba war eng mit der US-Wirtschaft verbunden und strebte nach einer ähnlichen wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung. Dies weckte sogar das Interesse der USA am Kauf der Insel. Parallel dazu kam es zu Aufständen, angeführt von Carlos Manuel de Céspedes, der den „Ruf von Yara“ ausgab – den Beginn eines Krieges, der bis 1878 andauerte.

Zudem erlaubten die Probleme der spanischen Regierung eine Art Unabhängigkeitsbewegung, bei der Máximo Gómez eine zentrale Rolle im Kampf für die Unabhängigkeit einnahm. Die Operationen fanden zunächst im Osten statt und verlagerten sich dann in den Westen, wo die reichsten spanischen Großgrundbesitzer lebten. Die härteste Phase des Konflikts ereignete sich während der sogenannten Restauración.

Die Abschaffung der Sklaverei

Ein zentrales Thema war die soziale Frage der Abschaffung der Sklaverei. Während Puerto Rico die Wirtschaft ohne Sklavenarbeit umstellen konnte, war dies in Kuba aufgrund der Abhängigkeit von Sklavenhändlern und der Struktur der Plantagenwirtschaft schwieriger. Die Sklaverei überlebte dort bis 1886. Diese Faktoren sowie die Einmischung der US-Regierung förderten den kubanischen Nationalismus.

Das Ende des Konflikts und der Weg in die Krise

Der Konflikt endete vorläufig mit dem Frieden von Zanjón, der Amnestien sowie die Freiheit für asiatische Siedler und Sklaven brachte, jedoch den Status Kubas als spanische Provinz nicht aufhob. Zwei Jahre später, im Jahr 1895, flammte das Problem endgültig wieder auf.

Die politische Reaktion der spanischen Regierung auf die Unabhängigkeitsforderungen war unzureichend. Reformversuche in den Philippinen und eine dezentrale Verwaltung in Kuba scheiterten. Puerto Rico hingegen erhielt Autonomie, da die spanische Herrschaft dort stabiler war, die Wirtschaft florierte und die Sklaverei bereits abgeschafft war.

Die Gründung der Revolutionären Partei

In Kuba führten gescheiterte Reformen – wie die von Maura vorgeschlagene Erweiterung des Wahlrechts – zu einer Krise der Liberalen Partei. Angesichts dieser Ablehnung gründete José Martí 1892 die Kubanische Revolutionäre Partei.

Die Situation auf den Philippinen

Auf den philippinischen Inseln war die spanische Präsenz gering, obwohl Spanien dort Landwirte, Geistliche und Grundbesitzer stellte. Mestizen und Einheimische bildeten eine Befreiungsbewegung, deren bekanntester Vertreter José Rizal war, der die Liga Filipina gründete.

Der kubanische Unabhängigkeitskrieg (1895–1898)

Im Jahr 1895 begann ein nationalistischer Aufstand, der ab 1898 durch den Eintritt der USA in den Konflikt internationalisiert wurde. Die Entwicklung verlief in vier Phasen:

  • 1. Phase (1895): Beginn des Aufstands und Tod des Anführers José Martí.
  • 2. Phase (1895–1896): Fortschritt der aufständischen Truppen unter Antonio Maceo und Máximo Gómez nach dem „Schrei von Baire“.
  • 3. Phase (1896–1897): General Weyler löst Martínez Campos ab. Weyler versuchte, den Aufstand durch die Konzentration der Bauern in isolierten Dörfern zu ersticken, was jedoch zu einer hohen Sterblichkeitsrate und wirtschaftlicher Zerstörung führte. Nach der Ermordung von Cánovas del Castillo wurde eine Versöhnung angestrebt.
  • 4. Phase (1897–1898): Weyler wird abgelöst. Spanien gewährt Kuba Unabhängigkeit, allgemeines Wahlrecht und Tarifautonomie. Diese Reformen kamen jedoch zu spät, da die Unabhängigkeitsbewegung bereits von den USA unterstützt wurde.

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