Zusammenfassung: Miguel de Cervantes und Don Quijote
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1. Miguel de Cervantes
Miguel de Cervantes wurde 1547 in Alcalá de Henares geboren. Aufgrund der beruflichen Tätigkeit seines Vaters, eines Chirurgen, und wirtschaftlicher Schwierigkeiten lebte er in verschiedenen spanischen Städten wie Valladolid, Córdoba, Sevilla und Madrid, wo er unter Lopez de Hoyos seine Ausbildung erhielt. Im Jahr 1569 zog er nach Italien und nahm an der Schlacht von Lepanto teil. Nach seiner Rückkehr nach Spanien geriet er in Algier in fünfjährige Gefangenschaft, aus der er schließlich befreit wurde.
Nach seiner Rückkehr nach Madrid begann eine schwierige Lebensphase. Er heiratete Catalina de Salazar y Palacios und arbeitete mangels finanzieller Mittel als Zöllner in Sevilla. Während dieser Zeit wurde er zweimal inhaftiert: einmal in Córdoba wegen Unregelmäßigkeiten beim Weizenverkauf und ein zweites Mal in Sevilla wegen Unstimmigkeiten in der Buchhaltung. Während dieses zweiten Gefängnisaufenthalts begann er mit der Arbeit am Don Quijote.
1604 zog er nach Valladolid, wo er im Folgejahr den ersten Teil des Don Quijote veröffentlichte. 1606 kehrte er nach Madrid zurück, wo er sein literarisches Werk fortsetzte, darunter Die Arbeiten des Persiles und der Sigismunda. Er starb am 23. April 1616.
a) Einfluss
Vor seiner Gefangenschaft war Cervantes ein Mensch der Renaissance, der durch Italien reiste und die Dichtung Petrarcas kennenlernte. Nach der Gefangenschaft lebte er in der Welt des Barock.
b) Sein literarisches Erbe
Sein Werk zählt zu den bedeutendsten der Literaturgeschichte. Cervantes gilt als einer der Vorreiter des modernen Romans; seine literarische Prägung ist in allen nachfolgenden Epochen und bei vielen großen Schriftstellern weltweit spürbar.
c) Die Galatea
Ein pastoraler Roman, der aus sechs Büchern besteht.
d) Exemplarische Novellen
Eine Sammlung von zwölf Kurzgeschichten mit moralischem Anspruch, angelehnt an mittelalterliche Exempla. Bis dahin gab es in Spanien keine vergleichbare Tradition für diese Art von Romanen.
Die Tradition unterteilt diese Novellen in:
- Realistisch: z. B. Rinconete y Cortadillo, Der Glas-Licenciado und das Gespräch der Hunde.
- Idealistisch: z. B. Die illustre Freigeisterin.
Charakteristische Merkmale sind:
- Die Bedeutung des Dialogs.
- Das Fehlen detaillierter Beschreibungen urbaner Landschaften.
- Die Darstellung menschlicher Fehler und Laster.
e) Die Arbeiten des Persiles und der Sigismunda
Ein byzantinischer Roman.
2. Der Don Quijote
Dies ist das berühmteste Werk von Cervantes. Es erzählt die Abenteuer von Alonso Quijano, einem Mann aus La Mancha, der durch exzessives Lesen von Ritterromanen den Verstand verliert und beschließt, als fahrender Ritter Abenteuer zu suchen. Das Werk ist von universeller Bedeutung.
a) Externe Struktur: Ein Werk in zwei Teilen
Der erste Teil, Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha, besteht aus 52 Kapiteln. Er schildert die ersten beiden Aufbrüche des Protagonisten. Im zweiten Teil, Der zweite Teil des sinnreichen Junkers Don Quijote von der Mancha (74 Kapitel), reisen Don Quijote und Sancho Panza nach Aragonien und Katalonien. Die Geschichte endet mit der Niederlage gegen den Ritter vom Weißen Mond (Samson Carrasco) und der Rückkehr nach Hause, wo Don Quijote seinen Verstand wiedererlangt und stirbt.
b) Interne Struktur: Die Charaktere
- Don Quijote: Ein sich entwickelnder Charakter. Sein Wahnsinn beschränkt sich auf die ritterliche Welt; außerhalb dieser zeigt er große Weisheit, Toleranz und Gerechtigkeitssinn.
- Sancho Panza: Ebenfalls ein sich entwickelnder Charakter, der das Gegenstück zu Don Quijote bildet und die mündliche Tradition sowie das Volkstümliche repräsentiert.
- Dulcinea: Das Idealbild in der Phantasie Don Quijotes, in der Realität jedoch ein einfaches Bauernmädchen.
- Samson Carrasco: Der Ritter vom Weißen Mond und Freund der Familie.
- Nichte und Haushälterin: Sie repräsentieren die häusliche Welt und die Rückkehr zur Vernunft.
c) Themen
- Literaturkritik: Das Werk dient als Abhandlung über die Literatur der Zeit.
- Soziale Kritik: Cervantes bietet einen Einblick in die komplexen politischen und sozialen Verhältnisse seiner Ära.
- Das barocke Paradoxon: Der Kontrast zwischen Schein und Sein, Wahnsinn und Vernunft sowie Ideal und Realität.
d) Narrative Technik
Die Komplexität entsteht durch ein Spiel der Perspektiven mit drei Erzählebenen: Cervantes als Herausgeber von Archiven, der arabische Autor Hamet Benengueli und der fiktive Übersetzer.
e) Sprache und Stil
- Dialog: Die Figuren sprechen gemäß ihrem sozialen Status und Bildungsgrad.
- Neologismen: Cervantes bereicherte die Sprache durch neue Wortschöpfungen.
- Ironie: Ein sanfter Humor, der menschliche Schwächen mit Verständnis betrachtet.