Die Zusammensetzung und Funktion des menschlichen Blutes
Eingeordnet in Biologie
Geschrieben am in
mit einer Größe von 5,79 KB
Die Zusammensetzung des Blutes
Blut ist eine rote Flüssigkeit, die durch die Blutgefäße zirkuliert. Es transportiert Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff, die für das Leben notwendig sind, und enthält Kohlendioxid sowie andere Abfallprodukte aus zellulären chemischen Reaktionen, die ausgeschieden werden müssen.
Blut besteht aus Plasma und Blutzellen. Die Zellen bilden sich im Knochenmark und umfassen:
- Rote Blutkörperchen (Erythrozyten): Sie sind am häufigsten vorhanden und enthalten Hämoglobin, einen Proteinkomplex, der Eisen bindet. Hämoglobin bindet in der Lunge Sauerstoff und transportiert ihn im Körper.
- Weiße Blutkörperchen (Leukozyten): Sie dienen der Abwehr von Infektionserregern. Die wichtigsten sind:
- Monozyten und Neutrophile: Sie zerstören eindringende Keime.
- Lymphozyten: Sie produzieren Antikörper, um die Ausbreitung von Mikroorganismen zu verhindern, und sind an der Beseitigung veränderter oder krebsartiger Zellen beteiligt.
- Blutplättchen (Thrombozyten): Dies sind Bruchstücke des Zytoplasmas von Zellen aus dem Knochenmark. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Blutgerinnung.
Blutgefäße
Blutgefäße bilden ein Netzwerk von Kanälen, um das Blut durch den Körper zu verteilen. Es gibt drei Arten:
- Arterien: Sie leiten Blut vom Herzen zu allen Organen. Ihre Wand ist elastisch und widerstandsfähig, um den Blutdruck aufrechtzuerhalten.
- Venen: Sie führen das Blut von den Organen zurück zum Herzen.
- Kapillaren: Ihre Wand besteht nur aus einer Endothelschicht. Hier findet der Stoffaustausch zwischen Blut und Zellen statt.
Stoffaustausch zwischen Zellen und Blut
Arterien verzweigen sich und erreichen alle Organe, wo sie sich zu Arteriolen und schließlich zu Kapillaren verengen. Der hohe Blutdruck in den Kapillaren bewirkt, dass Plasma, reich an Nährstoffen und Sauerstoff, durch die Wände gefiltert wird und sich mit der interstitiellen Flüssigkeit vermischt.
Ein Teil der interstitiellen Flüssigkeit, angereichert mit Kohlendioxid und anderen Zellabfällen, kehrt in die Kapillaren zurück und fließt in die Venolen, die sich zu Venen vereinigen, um das Blut zum Herzen zurückzuführen. Die interstitielle Flüssigkeit, die nicht in die Blutkapillaren zurückkehrt, tritt in Lymphkapillaren ein.
Das Herz
Das Herz ist ein Hohlorgan, leicht konisch geformt und befindet sich in der Brusthöhle zwischen den Lungen. Es ist von einer Membran, dem Perikard, umgeben. Die Wände bestehen aus Herzmuskelgewebe (Myokard), das eine rhythmische Kontraktion und Entspannung ermöglicht.
Das Herz ist durch eine Trennwand in zwei Hälften unterteilt. Jede Hälfte besteht aus zwei Kammern: einem Vorhof und einer Herzkammer. Die Trikuspidal- und Mitralklappen ermöglichen den Blutfluss von den Vorhöfen in die Ventrikel und verhindern den Rückfluss.
Der Herzzyklus
Die Phase der Kontraktion wird als Systole bezeichnet, die der Entspannung als Diastole. Der Herzzyklus umfasst folgende Stufen:
- Ventrikeldiastole: Während dieser Phase füllen sich die Vorhöfe und Kammern passiv mit venösem Blut.
- Vorhofsystole: Sie pumpt zusätzliches Blut in die Ventrikel, gefolgt vom Schließen der Mitral- und Trikuspidalklappe.
- Kammersystole: Sie verursacht die Öffnung der Aorten- und Pulmonalklappe und pumpt das Blut in die Arterien.
- Entspannung: Die Ventrikel entspannen sich, die Aorten- und Pulmonalklappen schließen sich, die Mitral- und Trikuspidalklappen öffnen sich und das Blut fließt in die Vorhöfe und Kammern.
Der Blutkreislauf
Der Kreislauf ist doppelt, da das Blut durch zwei in Reihe geschaltete Stromkreise fließt:
- Kleiner oder Lungenkreislauf: Zwischen Herz und Lunge. Er beginnt mit der Kontraktion des rechten Ventrikels, der venöses Blut in die Lungenarterie sendet. Diese teilt sich in zwei Äste, die in die Lungen führen und Kapillaren bilden, in denen der Gasaustausch stattfindet.
- Großer oder Körperkreislauf: Zwischen dem Herzen und dem Rest des Körpers. Er transportiert Sauerstoff und Nährstoffe zu allen Geweben und entfernt Abfallprodukte. Er beginnt mit der Kontraktion des linken Ventrikels, der sauerstoffreiches Blut in die Aorta schiebt.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Arterielle Hypertonie: Erhöhter Blutdruck an den Arterienwänden. Zur Vorbeugung helfen ein entspannter Lebensstil, der Verzicht auf Stimulanzien (Tabak, Kaffee), eine salzarme Ernährung, gesundes Körpergewicht und regelmäßige Bewegung.
- Varizen (Krampfadern): Geschwollene Venen aufgrund defekter Venenklappen in den unteren Extremitäten, oft begünstigt durch erhöhten Druck im Bauchraum.
- Zerebrovaskulärer Unfall (Schlaganfall): Unterbrechung der Blutzufuhr zu einem Teil des Gehirns. Die Symptome hängen vom betroffenen Bereich ab.
- Lungenembolie: Verschluss eines Zweigs der Lungenarterie durch ein Gerinnsel, das meist aus den Beinen stammt.
- Aneurysma: Eine sackartige Erweiterung einer Arterienwand.
- Herzinfarkt (Myokardinfarkt): Blockade der Koronararterien, die den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Eine teilweise Blockade verursacht Schmerzen, bekannt als Angina Pectoris.
- Gerinnungsstörungen: Komplexe Veränderungen der Blutgerinnungsfaktoren, die Krankheiten wie Hämophilie oder das von-Willebrand-Syndrom verursachen können.