Das Zwölftafelgesetz: Analyse der Tafeln 5 bis 12
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Tafel 5: Nachfolge und Erbrecht
Die fünfte Tafel regelte die Nachfolge. Dabei ging es nicht um die bloße Übergabe des Erbes, sondern um die Benennung eines Nachfolgers innerhalb der Familie, um deren Stabilität zu sichern. In archaischer Zeit hatte dies absolute Priorität. Diese Tafel regelte zudem das Testament für den Fall des Todes eines Pater Familias.
Tafeln 6 und 7: Eigentum und Besitz
Diese Tafeln regelten das Eigentumsrecht, das in der römischen Frühzeit eine absolute Macht innerhalb der Gens darstellte. Wichtige Konzepte waren:
- Mancipatio: Ein feierliches und religiöses Rechtsgeschäft.
- Usus: Der Erwerb einer Sache durch fortgesetzte Nutzung.
- Ersitzung: Der Eigentumserwerb nach einem Jahr für bewegliche Sachen und zwei Jahren für Immobilien.
Tafeln 8 und 9: Strafrecht und Talionsprinzip
Diese Tafeln befassten sich mit dem Strafrecht und versuchten, die private Rache zu mildern. Es galt der Talion (Strafe im Verhältnis zum verursachten Schaden). Berücksichtigt wurden nur vorsätzliche Straftaten.
Öffentliche Verbrechen
- Perduellio: Hochverrat, bestraft mit dem Tod.
- Parricidium: Die Tötung eines römischen Bürgers (ursprünglich die Tötung eines Familienvaters), ebenfalls mit der Todesstrafe bedroht.
Arten des Furtum (Diebstahl)
- Furtum diurnus: Diebstahl bei Tag.
- Furtum nocturnus: Diebstahl bei Nacht.
- Furtum manifestum: Der Dieb wird auf frischer Tat ertappt. Das Opfer konnte den Dieb bestrafen, sofern keine Einigung erzielt wurde.
- Furtum nec manifestum, conceptum und oblatum.
Die Strafe betrug das Zwei-, Drei- oder Vierfache des Wertes der gestohlenen Sache. Ein Überbleibsel privater Rache war die Perquisitio lance et licio, ein Ritual, bei dem das Opfer das Haus des Verdächtigen durchsuchen durfte.
Tafel 10: Bestattungsriten
Diese Tafel regelte Beerdigungen. Es war verboten, Leichen innerhalb der Stadt zu verbrennen oder zu begraben. Zudem wurde übermäßiger Luxus bei Begräbnissen untersagt, um etruskische Bräuche einzudämmen. Dies betraf Trauerkleidung, die Art des Holzes und die Anzahl der Grabbeigaben.
Tafel 11: Öffentliches Recht und Provocatio
Diese Tafel enthielt allgemeine Standards und die Provocatio ad populum (das Recht, das Volk anzurufen). Es wurde festgelegt, dass die Todesstrafe durch die Zenturienkomitien genehmigt werden musste.
Tafel 12: Öffentliches Recht
Die letzte Tafel enthielt drei wesentliche Regeln:
- Das Verbot der Ehe zwischen Patriziern und Plebejern.
- Der Rechtsgrundsatz, dass ein späteres Gesetz ein früheres ersetzt.
- Das Verbot von Privilegien.