Zytologische Diagnostik: Färbung, Probengewinnung und Qualitätskriterien
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Die Zytologie ist ein wichtiges Verfahren der klinischen Diagnostik. Sie ist einfach, schnell und kostengünstig und ermöglicht es, in kürzester Zeit die meisten Läsionen zu identifizieren. Die Zytopathologie ist der Teil der Pathologie, der die morphologischen Veränderungen von Zellen untersucht, die aus verschiedenen Körperregionen stammen.
Färbeverfahren: Hämatoxylin und Hämalaun
Der Farbstoff Hämatein entsteht durch Oxidation von Hämatoxylin. Diese Oxidation kann spontan an der Luft oder durch Oxidationsmittel wie Quecksilber(II)-chlorid oder Kaliumdichromat erfolgen. Das so entstandene Hämatein reift zu Hämatin und wird anschließend mit einer Kalium-Aluminium-Beize zu Hämalaun umgewandelt, einem Farbstoff, der sich durch alkalisches Wasser oder Lithiumcarbonatlösungen blau färbt.
Die Differenzierung dient dazu, überschüssigen sauren Farbstoff zu entfernen. Der Farbwechsel wird zur Kontrolle der Lösung überprüft. Die Basislösung wird anschließend in Wasser ausgewaschen.
Zytologische Probengewinnung
Zytologische Proben können auf verschiedene Weise gewonnen werden:
- Abstriche durch Peeling, Reiben oder Schaben mit verschiedenen Instrumenten
- Spontan abgegebene Flüssigkeiten, in denen abgeschilferte Elemente enthalten sind (Sputum, Urin)
- Extrahierte Flüssigkeiten mittels Spülung oder Lavage mit physiologischer Kochsalzlösung
- Explorationsinstrumente mit anschließender Gewinnung der Zellsuspension
Bronchoskopische Probengewinnung
Bei der Bronchoskopie wird ein Endoskop eingeführt, um das Innere der Bronchien zu untersuchen. Dabei stehen folgende Techniken zur Verfügung:
- Bronchiales Absaugen (BAS): Die Zellen werden abgesaugt, im Labor zentrifugiert und das Sediment gewonnen.
- Bronchoalveoläre Lavage (BAL): Über das Bronchoskop wird eine salzhaltige Lösung in ein Lungensegment injiziert und wieder abgesaugt.
- Bürstenbiopsie: Mit einer Bürste werden Läsionen abgetragen und die Zellen in den Borsten gesammelt.
Feinnadelaspiration (FNA)
Die Feinnadelaspiration ermöglicht die Punktion und Aspiration von Läsionen in Organen ohne direkte Sicht, etwa in Brust, Schilddrüse oder Lymphknoten. Das gewonnene Material wird auf Objektträger aufgebracht, luftgetrocknet und anschließend fixiert und gefärbt, beispielsweise mit Pap-Färbung.
Sputumzytologie
Für die Sputumuntersuchung werden zwei Techniken angewendet. Das Material wird unmittelbar nach der Expektoration mit Fixierlösung (2% Carbowax-Alkohol) vermischt, homogenisiert und ins Labor gesendet. Dabei ist zu beachten, dass die Probe makroskopisch beurteilt wird, um Bereiche mit besonderen Merkmalen zu erkennen.
Klassifikation zytologischer Abstriche
Für die Klassifikation wird das Bethesda-System verwendet, das als korrekter gilt. Eine Probe muss folgende Kriterien erfüllen:
- korrekte Kennzeichnung mit Namen und identifiziertem Patienten
- ausreichende klinische Informationen, mindestens Alter und klinische Daten
- technisch solide Probe mit geeigneter Fixierung und Färbung
- Erhalt der Zellularität, einschließlich der Zellen der Transformationszone
Bewertungsstufen
- F: Befriedigend – Die Probe erfüllt alle oben genannten Anforderungen.
- F: Befriedigend mit Einschränkungen – Die Beurteilung ist eingeschränkt durch fehlende klinische Daten, Blutbeimengungen oder entzündliche Komponenten, sodass mehr als 50 % und weniger als 75 % der Zellen nicht auswertbar sind, sowie durch das Fehlen von Zellularität der Transformationszone.
- F: Unbefriedigend – Die Probe ermöglicht keine hohe Identifikation, ist beschädigt oder enthält eine zu geringe Zellzahl.