Die Bodenreform der Zweiten Spanischen Republik

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Bodenreform

Bewertung: Dieser Text gehört zu den Grundgesetzen der Agrarreform, die am 21. September 1932 vorgeschlagen wurde. Es handelt sich um eine Primärquelle, die die damaligen Umstände sowie die politische Lage beleuchtet. Der Minister Domingo Marcelino, ein bedeutender Journalist und Politiker der Zweiten Spanischen Republik, war maßgeblich daran beteiligt. Er wirkte zudem an der Gründung der Katalanischen Republikanischen Partei mit.

Analyse der Agrarreform

Die Agrarreform zielte primär auf Regionen mit einer Vorherrschaft des Großgrundbesitzes ab (Extremadura, Andalusien, Toledo, Ciudad Real, Albacete und Salamanca). Der Staat bot Land an, um die Ansiedlung in Spanien zu fördern. Das Institut für Agrarreform (IRA) wurde geschaffen, um Gesetze durchzusetzen und Kredite für Bauern zu vergeben, damit diese enteignetes, unkultiviertes oder schlecht genutztes Land bewirtschaften konnten. Gut bewirtschaftete Ländereien, Wälder und Bauernhöfe waren von der Enteignung ausgeschlossen.

Historischer Kontext

In der Nacht vom 14. April 1931 rief Alcalá-Zamora in Madrid die Zweite Spanische Republik aus und forderte den König zum Verlassen des Landes auf. Das Revolutionäre Komitee, hervorgegangen aus dem Pakt von San Sebastián, bildete die provisorische Regierung unter der Leitung von Alcalá-Zamora. Zu den Vertretern gehörten Miguel Maura, Lerroux, Manuel Azaña, Indalecio Prieto und Largo Caballero.

Ziele der Übergangsregierung

  • Territoriale Debatte: Genehmigung der Generalitat (Regionalregierung) von Katalonien.
  • Landwirtschaft: Dekrete zur obligatorischen Bewirtschaftung und kommunale Dekrete zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.
  • Bildungsreform: Beseitigung des Analphabetismus und Förderung weltlicher Bildung.
  • Armeereform: Modernisierung und Reduzierung der Offizierszahlen.
  • Öffentliche Ordnung: Schaffung der Sturmgardisten zur Sicherung der Städte.

Die Republik sah sich mit zahlreichen Konflikten konfrontiert, darunter der Zusammenbruch der Madrider Börse und Spannungen mit der katholischen Kirche. Nach der Veröffentlichung eines Hirtenbriefs von Kardinal Segura, in dem er Alfonso XIII lobte, kam es zu Ausschreitungen und der Verbrennung von Kirchen und Klöstern.

Wahlen und Verfassung

Die provisorische Regierung rief Wahlen zur verfassunggebenden Cortes aus und änderte das Wahlgesetz von 1907, um den politischen Klientelismus zu beenden. Dies waren die ersten freien Wahlen in Spanien, an denen auch Frauen teilnehmen durften. Erstmals wurden drei weibliche Abgeordnete gewählt: Clara Campoamor, Victoria Kent und Margarita Nelken. Nach der Verabschiedung der Verfassung wurde Alcalá-Zamora zum Präsidenten gewählt und Azaña mit der Regierungsbildung beauftragt.

Bewertung der Ideen

Spanien war eines der letzten europäischen Länder, das eine Bodenreform einführte. Ziel war es, soziale Ungleichheiten abzubauen, die Rückständigkeit der Landschaft zu überwinden und die Kaufkraft der ländlichen Bevölkerung zu stärken. Die Reform war stark vom liberalen Krausismo und dem regeneracionismo von Joaquín Costa geprägt. Neben der religiösen und militärischen Frage war die Landfrage das zentrale Problem der Republik, da Spanien eine Agrarwirtschaft war.

Die Situation der Bauern

Der typische Bauer der Zeit war der Yuntero, ein Arbeiter mit zwei Maultieren und einem Pflug, der Land pachtete. Die Arbeitsbedingungen waren prekär, und die Löhne extrem niedrig. Der Herzog von Medinaceli war einer der größten Grundbesitzer Spaniens.

Das Agrarreformgesetz von 1932

Die erste wirksame Maßnahme war das Gesetz über kommunale Ländereien, das die Anmietung von Land durch Arbeiter aus anderen Städten verhinderte und die Löhne erhöhte. Am 21. August 1932 wurde das Agrarreformgesetz präsentiert, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und Großgrundbesitz umzuverteilen. Am 9. September 1932 verabschiedete das Parlament das Grundgesetz, das sich auf 14 Provinzen konzentrierte.

Fazit und Umfang

Die Reform blieb hinter den Erwartungen zurück, da sie an Widerständen privater Banken und Großgrundbesitzer scheiterte. Das IRA war zudem unterfinanziert und ineffizient. Die Enttäuschung der Landbevölkerung führte zu sozialen Unruhen, Streiks und einer Eskalation der Gewalt. Die Reform wurde schließlich zu einem zweischneidigen Schwert, das zwar die Unterstützung der Bauern brachte, aber durch ihre langsame Umsetzung die politische Instabilität verschärfte und den Sieg der konservativen Kräfte bei den Wahlen 1933 begünstigte.