Die Herrschaft von Karl III.: Reformen und Aufklärung
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Die Herrschaft von Karl III.
König Karl III. verfolgte in Spanien die Politik des aufgeklärten Absolutismus. Er stützte sich dabei auf herausragende Minister wie Esquilache, Aranda, Jovellanos und Olavide.
Widerstand gegen die Reformen
Der Widerstand der privilegierten Stände prägte seine Regierungszeit:
- Der Esquilache-Aufstand: Ein Volksaufstand in Madrid, der sich gegen Maßnahmen zur öffentlichen Hygiene und den italienischen Minister Esquilache richtete.
- Vertreibung der Jesuiten: Aufgrund ihres Gehorsamsgelübdes gegenüber dem Papst und ihres Widerstands gegen Bildungsreformen gerieten die Jesuiten in Konflikt mit der royalistischen Politik Karls III.
Wirtschaftsliberalismus
Karl III. leitete bedeutende wirtschaftliche Reformen ein:
- Freigabe der Preise und Handel mit Getreide.
- Schrittweise Einführung des freien Handels mit Amerika.
- Abschaffung der Zunftverordnungen.
- Begrenzung der Privilegien der Mesta (Schafzüchtervereinigung).
- Förderung der heimischen Industrie und Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion.
Zudem entstanden die Sociedades Económicas de Amigos del País, um die wirtschaftliche Entwicklung in den Provinzen durch neue Techniken und physiokratische Ideen zu fördern.
Das Agrarproblem
Seit dem Mittelalter war Landbesitz oft an den Adel oder die Kirche gebunden, während landlose Bauern in prekären Verhältnissen lebten. Der Rat von Kastilien erarbeitete ein „Agrargesetz“:
- Floridablanca: Fokus auf die Nutzung von Ödland.
- Campomanes: Vorschlag zur Landverteilung an landlose Bauern.
- Jovellanos: Kritik an den großen Latifundien des Adels.
Trotz des Widerstands von Adel und Kirche gab es Dekrete zur Einzäunung, Landverteilung und erste Versuche der Desamortisation.
Öffentliche Bauten und Stadtplanung
Karl III. modernisierte die Stadtplanung, insbesondere in Madrid (Pflasterung, Beleuchtung, Kanalisation). Zudem wurden bedeutende Kanäle für die Binnenschifffahrt gebaut, wie der Canal Imperial de Aragón und der Canal de Castilla.
Die Bourbonen-Politik in Amerika
Mitte des 18. Jahrhunderts reformierten die Bourbonen die koloniale Verwaltungsstruktur:
- Handelsreformen: Das Handelsmonopol von Cádiz wurde gelockert, das Flottensystem reorganisiert und eine starke Kriegsflotte aufgebaut.
- Handelsgesellschaften: Gründung privilegierter Unternehmen zur Sicherung staatlicher Monopole.
- Liberalisierung unter Karl III.: Vollständige Liberalisierung des amerikanischen Handels und Erhöhung der Besteuerung.
- Verteidigung: Aufbau einer spanisch-französischen Verteidigungsfront gegen britische Angriffe durch die sogenannten „Familienpakte“ (Pactos de Familia).