Polis und athenische Demokratie im antiken Griechenland
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1. Polis: Stadtstaaten des antiken Griechenlands
Polis: Stadtstaaten des antiken Griechenlands.
Demokratie: Die Macht des Volkes; Stimmrecht hatten die Bürger, d. h. freie männliche Personen.
Oligarchie: Die Herrschaft der Wenigen, das heißt Adlige und Reiche.
Hellenische Gemeinschaft: Im antiken Griechenland gab es keine einheitliche Zentralgewalt; jedoch gemeinsame Sprache und Religion.
Geografischer Rahmen
- Ort: Balkan und Ägäis.
- Relief: Gebirgig mit schwieriger Kommunikation.
- Klima: Warm und eher trocken.
- Meer: Fischerei und förderte die Entwicklung des Handels.
- Bevölkerung: Mehrheitlich ländlich.
Merkmale der Polis
Das wichtigste Merkmal der Polis war ihre Autonomie: jede Polis war eine eigenständige Stadt mit eigenen Institutionen.
Hellenische Einheit: Gemeinsame Sprache und Religion.
- Religion: Polytheismus mit anthropomorphen Göttern (Hauptgott: Zeus; Ort: Olymp).
- Gesellschaft: Vorwiegend Bauern.
Ethnizität und Völker
- Indoeuropäische Völker.
- ~2000 v. Chr.: Griechen (mykenisch).
- ~1000 v. Chr.: Dorier.
Struktur und Organisation der Polis
- Unabhängig, eigene Gesetze, eigene Münze, eigenes Heer, eigene Regierung.
- Stadtgliederung:
- Unterstadt: Agora (Marktplatz), öffentliche Gebäude und Wohnviertel.
- Oberstadt: Akropolis, religiöse Zentren, befestigt.
Die griechische Kolonisation
In der Zeit der Kolonisation (vor allem im 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr.) verließen Bewohner vieler griechischer Städte Teile des Mittelmeer- und Schwarzmeerrandes.
- Händler suchten nach Rohstoffen, vor allem Metall.
- Kolonisation begann auch, als viele Bauern in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten.
Politische Entwicklungen
Es entwickelten sich zwei grundlegende Regierungstypen:
- Oligarchie: Herrschaft einer privilegierten Minderheit.
- Demokratie: Beispiel Athen (auch andere Formen in Dörfern und Städten).
Weitere Entwicklungen und Ursachen:
- Wirtschaftlicher Aufschwung.
- Kauf von Waffen, soziale Unruhen und Aufstände.
- Hopliten (schwerbewaffnete Bürgersoldaten) als militärische Kraft.
- Reformen von Solon und Kleisthenes.
- 7. Jahrhundert v. Chr.: Probleme wie Schuldknechtschaft.
- Blütezeit der Demokratie unter Perikles im 5. Jahrhundert v. Chr.
Kolonien
- Zeitraum: Hauptsächlich 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr.
- Metropolis: Mutterstadt (Metropole). Im Originaltext steht 'COLOGNE'.
- Gründe:
- Landknappheit in der Heimat.
- Bevölkerungszunahme.
- Schuldknechtschaft und Sklaverei.
Fortschritte auf der Iberischen Halbinsel
- Schrift.
- Eisenverarbeitung.
- Einführung von Währungen.
- Keramiktechniken (zeitlich zuordenbare Keramikformen).
2. Die athenische Demokratie
Nach den Reformen von Solon wurde Athen ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. auf dem Weg zur Demokratie. Die Demokratie bedeutet, dass die Stadt (Polis) vom Volk (Demos) bestimmt wird.
4.1. Die demokratischen Institutionen
Die Volksversammlung (Ekklesia): Die Versammlung der Bürger (Ekklesía) traf sich regelmäßig auf dem Pnyx, einem Hügel in der Nähe der Akropolis. Sie wählte Gesetze, kontrollierte die Haushaltsangelegenheiten und entschied über Krieg und Frieden.
Die Strategen und Magistrate: Die wichtigsten Beamten waren die Strategen, die für Außenpolitik und Heer zuständig waren. Die Archonten (Archonten) wurden per Los oder Wahl bestimmt und leiteten Gerichte sowie religiöse Angelegenheiten.
Die Richter (Heliaia): Die Richter wurden aus den Bürgern gewählt bzw. per Los bestimmt. Das Volkgericht (Heliaia) bestand aus vielen Bürgern.
Die Volksvertretung (Boule): Die Boule (Rat) wurde ebenfalls per Los zusammengesetzt; sie bereitete Gesetzesvorschläge vor und kontrollierte magistratische Aufgaben. Jährlich wurden 500 Mitglieder gewählt oder gelost, die in der Boule tätig waren.
4.2. Eine begrenzte Demokratie
Die athenische Demokratie war stark eingeschränkt, da nur bestimmte Bürger am öffentlichen Leben teilnehmen konnten. Anspruchsberechtigt waren freie Männer, die von athenischen Eltern geboren waren. Diese genossen politische Teilhabe und gesetzlichen Schutz. Frauen, Sklaven und Metöken (Fremde mit dauerhaftem Wohnsitz) waren ausgeschlossen.
Institutionen im Überblick
- Ekklesia: Volksversammlung.
- Strategen und Archonten: Militärische und religiös-gerichtliche Führung.
- Heliaia: Volksgerichte (bis zu 6000 Teilnehmer in großen Prozessen).
- Boule: Gesetzesvorbereitung und Kontrolle der Magistrate (500 Personen).
Die Blüte Athens
Im 5. Jahrhundert v. Chr. besiegten die Griechen die Perser in den Perserkriegen (z. B. Schlacht bei Salamis). Danach entwickelte sich die athenische Hegemonie, veranschaulicht durch den Einfluss Athens in der delisch-attischen Seebund (Delische Liga). Athen kontrollierte andere Poleis und wurde in der Folge Zielkonflikt der Peloponnesischen Kriege (Konflikt zwischen Polis und Athen).
Die Akropolis von Athen
- Die Akropolis war das religiöse Zentrum Athens und diente kultischen Zwecken.
- Nach den Perserkriegen bauten die Athener viele sakrale und repräsentative Bauten wieder auf oder neu auf.
- Architektonische und künstlerische Meisterwerke (Beteiligte u. a. Iktinos und Phidias) beeinflussten spätere Architektur.
Der Alltag in Athen
- Stadt: Von Mauern umgebene Stadt mit engen Gassen; wenig sauberes Wasser, keine moderne Kanalisation oder regelmäßige Müllabfuhr.
- Wohnhäuser: Zentraler Hof, Wohnräume, Wände aus Lehmziegeln und Holz (leichte Materialien). Kaum Möbel; Hausgliederung in zwei Hauptbereiche: Gynäkeion (Frauenbereich) und Andron (Männerbereich).
- Kleidung: Männer trugen Chiton und Himation; Frauen trugen Tunika oder Peplos.
- Ernährung: Die Diät basierte auf mediterranen Produkten: Getreide, Brei, Brot und Käse.
- Familie: Haushalt bestand aus Ehemann, Ehefrau, Kindern (bürgerliche Kinder) und Sklaven.