Spanien in der Nachkriegszeit unter Franco
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Spanien in der Nachkriegszeit
1. Antecedentes
Nach dem Bürgerkrieg errichtete Franco in Spanien eine faschistisch inspirierte Militärdiktatur als Gegenentwurf zu Demokratie, Parlamentarismus und Kommunismus.
2. Politische Aspekte: Der neue Staatsaufbau
Die Organisation des neuen Staates
Die Konzentration der Macht bei Francisco Franco:
Franco etablierte einen totalitären Staat, eine Mischung aus faschistischem Staat, Militärdiktatur und einer absoluten Monarchie ohne König. Er vereinte alle Machtbefugnisse:
- Leiter der Einheitspartei
- Staatsoberhaupt
- Premierminister
- Generalissimus der Armee
- Proklamierter Führer Spaniens
Grundlegende Gesetze
Die republikanische Verfassung von 1931 wurde unterdrückt und durch folgende Gesetze ersetzt:
- Arbeitsgesetz (1938): Verbot von Streiks, Einführung vertikaler Gewerkschaften und Arbeitspflicht.
- Cortes-Gesetz (1942): Schaffung der organischen Cortes als Instrument der Zusammenarbeit.
- Spanisches Grundgesetz (1945): Eine Art „Bill of Rights“.
- Nationales Referendumsgesetz (1945).
- Erbfolgegesetz (1947): Ernennung Francos zum Nachfolger als König.
- Gesetz über die Grundsätze der Bewegung (1958): Zusammenfassung der oben genannten Punkte.
Zudem wurden neue Provinzgouverneure und Generalkapitäne eingesetzt.
Die Säulen des Regimes
Das politische Regime Francos basierte auf drei Säulen:
- Die Kirche: Eine wesentliche Grundlage der Ideologie (Nationalkatholizismus) mit großem Einfluss auf das Bildungssystem.
- Die Falange: Die einzige Partei, die loyal zu Franco blieb.
- Die Armee: Das Rückgrat des Regimes.
Geförderte soziale Sektoren: Grundeigentümer, Groß- und Kleinbürgertum sowie die katholische Bauernschaft.
Ideologischer Puritanismus und soziale Kontrolle
Franco übte eine totale Kontrolle über die Medien und das gesellschaftliche Leben aus:
- Alltag: Traditionelles Leben auf dem Land.
- Kulturelle und religiöse Verhaltensweisen: Strenge Zensur.
- Jugenderziehung: Jugendfront.
- Frauenerziehung: Frauenabteilung (Zivildienst).
- Bildung: Politische und religiöse Ausbildung war verpflichtend.
- Religiöse Praktiken: Prozessionen etc.
Repression
Das Gesetz über die politische Verantwortung (1939) diente der Säuberung von Anhängern der Republik durch:
- Militärgerichte: Mit Todesurteilen.
- Zivilgerichte: Gegen Mitglieder verbotener Parteien oder Gewerkschaften.
- Entlassungen: Von Fachleuten und Beamten.
Das Franco-Regime und die internationale Politik
Die Position Spaniens im Zweiten Weltkrieg war neutral, als Deutschland den Krieg zu verlieren begann. Es folgte eine internationale Isolierung (1945–1946) aufgrund der Unterstützung der faschistischen Mächte. Spanien wurde weder in die NATO aufgenommen noch erhielt es Leistungen aus dem Marshallplan.
3. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte
Nach dem Bürgerkrieg war die Belegschaft reduziert, die landwirtschaftliche und industrielle Produktion lag unter dem Niveau von 1935, Gold- und Devisenreserven waren verschwunden und die Infrastruktur war stark beschädigt. In der Nachkriegszeit unterscheidet man zwei Phasen:
1. Phase (1939–1950): Autarkie, Armut und Rationierung
Die 40er Jahre waren die Jahre des Hungers.
- Rationierung: Preise für Grundnahrungsmittel wurden staatlich festgesetzt; Produkte wurden über Familien-Rationierungskarten verkauft. Es entstand ein Schwarzmarkt.
- Wirtschaftspolitik: Die Autarkie zielte auf Selbstversorgung ab, um Importe zu vermeiden. Der Staat investierte in die Kontrolle von Importen/Exporten, verstaatlichte die Eisenbahn (RENFE) und schuf das INI (Instituto Nacional de Industria).
2. Phase (1951–1956): Erste Öffnungsversuche
Da die Autarkie scheiterte, musste Nahrung importiert werden. In den 50er Jahren begann die Liberalisierung der spanischen Wirtschaft:
- Katholische Kirche: Ein Konkordat bestätigte ihre privilegierte Position.
- USA: Militärische und wirtschaftliche Hilfe im Austausch für die Einrichtung militärischer Stützpunkte zur Verteidigung des Westens gegen die UdSSR.