Textsorten: Merkmale von Argumentation, Vorhersage und Anleitung
Zusammenfassung
Der Text erläutert drei Textsorten: argumentative Texte, prädiktive Texte und instruktive Texte. Für jede Textsorte werden Zweck, Anwendungsbereiche und typische sprachliche Merkmale beschrieben. Zudem wird der Aufbau argumentativer Texte mit Einleitung, Entwicklung und Fazit dargestellt.
Kernpunkte
- Argumentation: Ein Sender begründet eine These mit Argumenten, um den Empfänger zu überzeugen; sie setzt eine gemeinsame Basis voraus.
- Struktur argumentativer Texte: Einleitung (These), Entwicklung (Hauptteil mit Argumenten und Widerlegung), Fazit (Zusammenfassung und Bekräftigung).
- Argumentation kann subjektiv (Meinung) oder wissenschaftlich begründet sein; letztere stützt sich auf Dokumentation und Forschung.
- Prädiktive Texte berichten über mögliche zukünftige Ereignisse; Unsicherheit ist ihr wesentliches Merkmal, typisch sind Präsens, Futur und Konditional.
- Prädiktive Texte finden sich in Wettervorhersagen, Prophezeiungen und Horoskopen.
- Instruktive Texte erklären, wie etwas funktioniert oder getan wird, etwa in Rezepten, Gebrauchsanweisungen und Verwaltungsvorschriften.
- Instruktive Texte verwenden Imperativ oder Infinitiv, unpersönliche Pronomen und Konnektoren, die die Reihenfolge der Handlungen angeben.
Argumentative Texte: Definition und Zweck
Die Argumentation ist eine diskursive Aktivität, bei der ein Sender eine These mithilfe von Argumenten begründet. Ihr Zweck ist es, den Empfänger zu beeinflussen, damit dieser die vertretene Position übernimmt. Eine Argumentation setzt eine gemeinsame Basis zwischen Sender und Empfänger voraus, da sie für Personen mit völlig entgegengesetzten Ansichten nicht überzeugend ist.
Anwendungsbereiche Argumentativer Texte
Argumentative Texte finden sich beispielsweise in: Stellungnahmen, Leserbriefen an den Herausgeber, etc.
Struktur Argumentativer Texte
- Einleitung: Präsentation der zu verteidigenden These.
- Entwicklung (Hauptteil): Darstellung der Richtigkeit der Hypothese. Dies ist das Zentrum des Diskurses, in dem Argumente begründet und gegnerische Thesen oder Schlussfolgerungen widerlegt werden.
- Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Punkte und Bekräftigung der eingenommenen Position.
Variationen Argumentativer Texte
- Subjektive Argumentation (Meinung): Die Argumentation ist subjektiv und basiert auf dem persönlichen Denksystem des Senders. Sie führt oft zu informellen und ironischen Auseinandersetzungen.
- Wissenschaftliche Begründung: Der Argumentierende spricht objektiv und stützt sich auf Dokumentation und Forschung. Der Sender stellt seine Arbeit üblicherweise anderen gegenüber, bevor er seine eigene Meinung darlegt.
Linguistische Merkmale Argumentativer Texte
- Geordnete und logische Syntax, dominiert von kausalen, konsekutiven, finalen, adversativen und abschließenden Konnektoren.
- Anpassung des Lexikons an die Art der Argumentation: Bei wissenschaftlicher Argumentation wird Fachsprache verwendet; bei subjektiver Argumentation Standardregister.
- Prävalenz des Indikativ Präsens und häufige Verwendung von Verben in der 1. Person (Ich-Perspektive).
- Vorhandensein persönlicher Referenzen sowie Personal- und Reflexivpronomen.
Prädiktive Texte (Vorhersageberichte)
Prädiktive Texte berichten über Fakten, Handlungen oder Zustände, die in der Zukunft eintreten können. Die Unsicherheit ist ein wesentliches Merkmal dieser Textsorte.
Anwendungsbereiche Prädiktiver Texte
Diese Berichte finden sich in meteorologischen Vorhersagen, Prophezeiungen und Horoskopen.
Charakteristika Prädiktiver Texte
- Dominanz von Präsens, Futur und Konditional.
- Verwendung von Zeitadverbien.
- Verwendung hypothetischer Ausdrücke.
Instruktive Texte (Lehrtexte)
Instruktive Texte erklären, wie etwas funktioniert oder wie man etwas tut. Diese Art von Texten wird häufig von unterstützenden Abbildungen oder Fotos begleitet, um den Text zu verdeutlichen.
Anwendungsbereiche Instruktiver Texte
Diese Textsorte findet sich in: Kochbüchern (Rezepte), Gebrauchsanweisungen, Verwaltungsvorschriften und Gesetzen.
Linguistische Merkmale Instruktiver Texte
- Verwendung von Verben im Imperativ oder Infinitiv (mit Soll-Charakter).
- Nutzung verbaler Umschreibungen (Futur oder Konditional), um Anweisungen abzumildern.
- Unpersönlicher Gebrauch von Pronomen (z. B. „es wird geschraubt“).
- Klares und prägnantes Lexikon; die Verwendung von Fachtermini hängt vom behandelten Material ab.
- Verwendung von Konnektoren, die die Reihenfolge der Aktionen bestimmen (z. B. „Zunächst...“, „dann...“).
- Kardinal- und Ordinalzahlen sind ebenfalls charakteristisch für diese Texte.
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PDF Word HTMLHäufige Fragen
Was ist das Ziel eines argumentativen Textes?
Ein argumentativer Text soll den Empfänger beeinflussen, damit er die vertretene These übernimmt. Dazu begründet der Sender seine Position mit Argumenten.
Aus welchen Teilen besteht ein argumentativer Text?
Er besteht aus Einleitung, Entwicklung und Fazit. In der Einleitung wird die These vorgestellt, in der Entwicklung werden Argumente begründet und Gegenthesen widerlegt, im Fazit werden die wichtigsten Punkte zusammengefasst.
Welche sprachlichen Merkmale haben instruktive Texte?
Instruktive Texte verwenden häufig Verben im Imperativ oder Infinitiv sowie unpersönliche Pronomen. Außerdem nutzen sie Konnektoren wie „zunächst“ und „dann“, um die Reihenfolge der Schritte festzulegen.
Wo findet man prädiktive Texte?
Prädiktive Texte findet man in meteorologischen Vorhersagen, Prophezeiungen und Horoskopen. Sie berichten über Ereignisse, die in der Zukunft eintreten können.
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