Die Blaue Periode und Francos Spanien: Politik, Gesellschaft, Wirtschaft (1939-1953)

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Die Blaue Periode (1939-1944)

Die Blaue Periode, die erste Phase des Franco-Regimes, dauerte von 1939 bis 1944. Dieser Name wurde gewählt, um den Höhepunkt des Einflusses der Falange zu kennzeichnen. Francos Falange-Sektoren, die von den einfachsten bis zu den höchsten reichten, waren eng mit Italien und Deutschland verbunden und genossen dort großes Vertrauen.

Politisches System und Francos Rolle

Das politische System war eine konservative Militärdiktatur. Obwohl es faschistische Elemente enthielt, war es keine rein faschistische Diktatur, da Franco selbst kein Faschist im klassischen Sinne war. Die Figur Francos, oft mit europäischen faschistischen Führern verglichen, wurde auch im Ausland begrüßt. Als Caudillo war Franco die höchste Autorität, und niemand durfte seine Entscheidungen infrage stellen. Gesetze wurden erlassen, um die Gesellschaft zu 'säubern' und zu unterdrücken.

Gesellschaft unter Repression

Die Gesellschaft war von Angst und Überwachung geprägt. Das Regime war darauf ausgerichtet, jeden zu unterdrücken und zu bestrafen, der Beziehungen zur Republik hatte. Besonders schwere Repressionen gab es in Katalonien, Madrid und dem Baskenland (Bilbao). Das Archiv von Salamanca sammelte alle Dokumente, die sich auf die Unterdrückung bezogen. Die Strafen variierten je nach Schwere der 'Vergehen'. Ein anderer Teil der Gesellschaft wurde ideologisch geformt, um eine neue Art von Bürger zu schaffen.

Wirtschaftliche Autarkie und ihre Folgen

Die Wirtschaft war durch die totale Zerstörung des Bürgerkriegs, den Mangel an Gold und Silber sowie die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs gekennzeichnet. Dies bedeutete eine sehr schlechte Ausgangsbasis. Das bevorzugte Wirtschaftsmodell war die Autarkie, ein faschistisch inspiriertes Modell, da es keine andere praktikable Alternative gab. Autarkie bedeutete, nicht vom Ausland abhängig zu sein und zu versuchen, alle benötigten Güter selbst zu produzieren. Zu diesem Zweck wurden das INI (Instituto Nacional de Industria) und das INC (Instituto Nacional de Colonización) gegründet, um die für das Überleben notwendigen Elemente zu produzieren. Infolgedessen erreichte Spanien das Vorkriegsniveau von 1936 erst Ende 1953.

Außenpolitik während des Zweiten Weltkriegs

Die Außenpolitik dieser Zeit war stark vom Zweiten Weltkrieg geprägt. Spanien nahm eine neutrale Haltung ein. Im Jahr 1940, nach der Eroberung Frankreichs durch Deutschland, kam es zu einem Treffen zwischen Hitler und Franco, bei dem die Möglichkeit eines spanischen Kriegseintritts auf Seiten der Achsenmächte erörtert wurde. Francos Forderungen für einen Kriegseintritt wurden jedoch abgelehnt.

Das Ende der Blauen Periode

Als Deutschland 1944 an Einfluss verlor und Franco erkannte, dass die Achsenmächte den Krieg verlieren würden, änderte er seine politische Linie. Dies markierte das Ende der Blauen Periode:

  • Entlassung von Serrano Suñer.
  • Allmähliches Verschwinden falangistischer Minister.
  • Rückzug der Blauen Division von der Ostfront (UdSSR).
  • Jordana ersetzte Serrano Suñer als Außenminister.

Das Ende der Blauen Periode fiel mit der Kriegskrise Deutschlands zusammen.

Spanien im Kalten Krieg und die Isolation

Der Kalte Krieg war ein indirekter Konflikt zwischen der Sowjetunion und den kapitalistischen Ländern. In Spanien gab es viele Aktivitäten von Widerstandskämpfern, die versuchten, den Bürgerkrieg neu zu entfachen. Die Vereinten Nationen verabschiedeten eine Resolution, die auf Druck der kapitalistischen Länder die Isolation Spaniens beschloss: keine diplomatischen Beziehungen zur Weltgemeinschaft. Diese Isolation dauerte bis 1952 an.

Schein-Demokratisierung und Institutionen

Franco unternahm eine 'Demokratisierungs'-Operation, um den Anschein einer Öffnung des Landes zu erwecken, obwohl seine diktatorische Haltung im Hintergrund bestehen blieb. Es gab zwar eine gewisse Öffnung, aber die Gerichte hatten lediglich beratende Funktion und waren in ihrer Struktur und Organisation nicht demokratisch. Es wurden auch vertikale Gewerkschaften geschaffen, die Berufsstände von der Arbeitnehmerbasis bis zum Arbeitgeber umfassten. Das Fuero de los Españoles (Grundgesetz der Spanier) wurde 1946 erlassen und galt als eine Art Verfassung, in der die Rechte und Pflichten der Spanier festgelegt waren. Franco sah sich als Erbe, der nach seinem Tod eine Monarchie einführen würde. Diese 'Demokratisierungs'-Operation endete mit einem Referendum der Bevölkerung.