Platons Erkenntnistheorie: Objektivität, Doxa und Episteme
Zusammenfassung
Der Text erläutert Platons Theorie des Wissens und stellt den Zusammenhang zwischen Wirklichkeit und Erkenntnis dar. Er behandelt die Forderung nach Objektivität und Universalität, den Begriff der Hypothese sowie die Unterscheidung zwischen Doxa und Episteme. Die Lernenden erfahren, warum nur die Erkenntnis der Ideen als wahres, universelles Wissen gilt.
Kernpunkte
- Platon hält sinnliche Wahrnehmung für ständig im Werden begriffen und daher ungeeignet für stabile Definitionen.
- Wissenschaft ist für Platon objektives, unfehlbares und universelles Wissen und darf nicht auf Gefühl reduziert werden.
- Nur das Universale kann Gegenstand wissenschaftlicher Erkenntnis sein; die gültige Definition des Wesens identifiziert Platon mit den Ideen oder Formen.
- Eine Hypothese ist bei Platon eine vorläufig angenommene Wesenheit, von der aus andere Begriffe abgeleitet werden.
- Die Ideen stehen in einer hierarchischen Ordnung, die auf das höchste Gut zielt.
- Wissen gliedert sich in Doxa (Einbildung und Glaube, bezogen auf Erscheinungen) und Episteme (Denken und Intellekt, bezogen auf Ideen).
Theorie des Wissens
Das Problem der Wirklichkeit und das Problem des Wissens sind eng miteinander verknüpft; es ist nicht möglich, sie voneinander zu trennen. Platon entwickelt seine Auffassung des Wissens vor dem Hintergrund der Merkmale von Objektivität und Universalität. In seinem Versuch, die Konzepte und Definitionen der Tugend als Grundlage moralischer Praxis zu finden, nimmt Platon an, dass die Objekte sinnlicher Wahrnehmung einem ständigen Werden (continuous change) unterliegen und daher keine stabile Definition liefern können. Er vertritt die Ansicht, dass Wissenschaft nicht auf Gefühl reduziert werden darf, denn Wissenschaft ist objektives, unfehlbares und universelles Wissen.
Platon: Objektivität und Universalität
Aus diesem Grund akzeptiert Platon nicht, dass alles bloßes Werden ist; insofern entgeht dem bloßen Subjekt stets das Wesen der Dinge, das heißt das Konzept des Universalen. Nur das Universale kann Gegenstand wissenschaftlicher Erkenntnis sein, denn nur es ist stabil und universell anwendbar. Die gültige Definition, also das Wesen oder das Allgemeine, identifiziert Platon mit den Ideen oder Formen. Damit entsprechen die Ideen dem zugrunde liegenden Prinzip von Objektivität und Universalität des Wissens.
Hypothese
Für Platon bedeutet die Annahme einer Hypothese, dass etwas vorläufig als existent vorausgesetzt wird, je nachdem, was nur gedacht werden kann. Eine Hypothese ist eine angenommene Wesenheit, die als erstes gesetzt wird, sodass man auf ihrer Basis andere Begriffe ableiten kann. Dies ist auch die Bedeutung von "Hypothese" bei Platon: ein vorläufig angenommener Vorschlag oder ein Prinzip, das in der Ontologie (der Lehre vom Sein) eine Rolle spielt. Die platonische Hypothese ist demnach grundlegend.
Diese Grundidee oder Hypothese bezieht sich nicht nur auf die Beziehung zwischen verschiedenen begrenzten Schichten, sondern erstreckt sich auch auf die Beziehungen zwischen Ideen selbst. Platon spricht von einer Unterordnung einiger Ideen unter andere in einer hierarchischen Ordnung, die auf das höchste Gut zielt, welches alle anderen Ideen verbindet und ihnen vorausgeht.
Doxa und Episteme
Für Platon ist das Wissen in zwei Stufen unterteilt: Doxa und Episteme. Jede von ihnen entspricht einer der Welten, die untersucht werden. Jede Ebene gehört zu einer anderen Welt und vermittelt Kenntnisse über verschiedene Elemente: Doxa bezieht sich auf Erscheinungen, Episteme auf die Ideen.
Umgekehrt lassen sich diese Ebenen jeweils in zwei Klassen von Erkenntnis unterteilen:
- Doxa: Einteilung in Einbildung (Phantasie) und Glaube.
- Episteme: Einteilung in Denken (Dianoia) und Intellekt/Intelligenz (Noesis).
Auf diese Weise differenziert Platon Erfahrungswissen und wahre Erkenntnis und macht deutlich, dass nur die Erkenntnis der Ideen die Bedingungen für objektives, universelles Wissen erfüllt.
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PDF Word HTMLHäufige Fragen
Was versteht Platon unter Doxa und Episteme?
Doxa bezieht sich nach Platon auf die Erscheinungen und umfasst Einbildung und Glaube. Episteme bezieht sich auf die Ideen und umfasst Denken (Dianoia) und Intellekt (Noesis).
Was bedeutet Hypothese bei Platon?
Bei Platon ist eine Hypothese eine vorläufig angenommene Wesenheit, die als erstes gesetzt wird, sodass man auf ihrer Basis andere Begriffe ableiten kann.
Warum lehnt Platon die sinnliche Wahrnehmung als Wissensquelle ab?
Platon nimmt an, dass die Objekte sinnlicher Wahrnehmung einem ständigen Werden unterliegen und deshalb keine stabile Definition liefern können. Wissenschaft muss dagegen objektiv und universell sein.
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