Der i-Umlaut: Von der Phonologie zur Grammatik
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Der i-Umlaut: Grammatikalisierung einer phonologischen Erscheinung
Von Norden her verbreitete sich stufenweise eine Veränderung des Vokalsystems: der Umlaut. Im Englischen und in den nordischen Sprachen ist er schon vor dem Einsetzen der schriftlichen Überlieferung eingetreten, während er im Deutschen erst in mittelhochdeutscher (mhd.) Zeit vollständig durchgeführt wurde. Beispiele für den Umlaut sind im Englischen tooth : teeth und im Schwedischen tand : tänder.
Phonetisch gesehen ist der i-Umlaut eine regressive Assimilation. Ein nachfolgendes i oder j (das später zu e abgeschwächt wurde oder wegfiel) wandelt einen vorangehenden hinteren Vokal in den entsprechenden vorderen um, z. B. u > ü: full-jan > füllen.